Janine hat 2 Kinder. Sie leben bei ihr. Vom Vater ist sie getrennt.

Gekümmert hat sie Jonas noch nie so recht um die beiden. Fußball, Eishockey und Geld sind ihm wichtiger. Als die Kinder klein sind, merkt Janine das noch nicht so. Aber mit der eigenen Meinung des Nachwuchs wächst auch der Unwille des Vaters.

Im Jahr übernachten die Kinder durchschnittlich einen halben Monat bei ihrem Vater. 20 von 360 Tagen – er ist stolz auf sich und präsentiert sich gerne als Super-Dad.

Dass er aber mit Janine kaum ein Wort spricht, sich nicht an Absprachen hält und auch versucht, jeden Cent an die Kinder zu sparen, das erwähnt er nicht. Auch nicht, dass er außerhalb seiner Umgangswochenenden – er schafft leider nur alle 3 Wochen ein Wochenende, aber will das ganz bald ändern (seit 4 Jahren) – nicht fragt, wie es seinen Kindern geht oder ihnen anbietet, etwas mit ihnen zu unternehmen. Er muss schließlich auch an sich denken, erklärt er seiner Ex.

Dass Janine während Krankheit, Unfall und sonstigen Ausnahmesituationen immer die Kinder bei sich hat, interessiert ihn nicht. Das gehört so. Wenn er aber lieber zu einem Fußballspiel möchte, erfindet er eine Lüge, um seine Kinder nicht übernehmen zu müssen.

Nachdem er einige Jahre so weitergemacht hat, beginnen die Kinder die Vaterschaft zu überdenken. Waren sie in den vorangegangen Jahren immer der Meinung, dass Papa toll ist und lieb gehabt werden muss, sie sich zu freuen haben, wenn er sich erbarmt und Zeit mit ihnen verbringen möchte, so beginnen sie nun alles, vor allem aber den Charakter ihres Vaters, in Frage zu stellen.

Auch bei Janine ist nicht alles rosig, dessen sind sich die Kinder bewusst. Doch sie können sich immer auf sie verlassen und sie ist da, wenn es Tränen des Glücks oder Tränen des Schmerzes gibt. Zahlreiche Tränen des Schmerzes hingegen werden von Jonas verursacht. So beschließen sie, die Umgangswochenenden alle paar Wochenenden nicht mehr wahrnehmen zu wollen.

Jonas nimmt es hin. Man könnte sagen, er freut sich darüber, hat er es doch endlich geschafft, sich nicht mehr um die Kinder kümmern zu müssen. Wie sehr er die Kinder, seine Kinder, damit verletzt, sieht er nicht. Möchte er auch nicht sehen. Stattdessen reduziert er die Zahlbeträge an Janine und lebt sein eigenes Leben. Vergisst aber natürlich nicht, sich innerhalb diesen als Super-Dad zu präsentieren.

Janine trocknet währenddessen Schmerz-Tränen.


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