Die erste Nacht liegt hinter uns. Ich für meinen Teil bin alles andere als ausgeschlafen. Zwerg hingegen macht einen ganz aufgeweckten Eindruck, nachdem ich vorsichtig unser Guten-Morgen-Lied zu singen begonnen habe.

Ich bin noch unter die Dusche gehüpft, Zwerg konnte in der Zwischenzeit noch ein wenig im Bett mit den Kuscheltierchen schmusen und dann gings los zur Spielgruppe.

Kurz vor 8 schienen sich alle Mütter (samt der wenigen Väter) des Hauses versammelt zu haben – auch die Bekanntschaft von gestern war dort und hat auf die Öffnung des Elternparadieses gewartet.

Zwergabgabe in der Kinderbetreuung

Während aber die meisten Kinder gut gelaunt in die Betreuung hineingestürmt sind und sich auf ein Tag voller Spielen und Toben gefreut haben, war meines mies gelaunt und hatte so gar keine Lust auf Spielgruppe.

Ich musste jedoch zur medizinischen Untersuchung – und vorher ganz unbedingt frühstücken. Also ab mit dem Zwerg an den Frühstückstisch der Gruppe, Kakao hingestellt, Brötchen auf den Teller, dicker Abschiedsknutsch und schon war die Mama verschwunden.

Zwerg hatte – wie immer – Spaß mit den anderen Kindern.

Medizinische Untersuchung

Ich bin nach dem Frühstück dann zum Klinikarzt. Allgemeiner Check Up: Relation von Größe und Gewicht (passt), bisherige Erkrankungen und Operationen (vorbildlich), das aktuelle Befinden (nicht erwähnenswert, daher ja auch die Kur).

Wir haben Therapien besprochen und Maßnahmen gefunden, mit Hilfe derer ich mein lapidares Ziel (Erholung) erreichen können soll. Wunschgemäß steht viel Bewegung auf dem Plan, erforderlicherweise auch psychologische Betreuung und zu meiner Freude auch Massagen und Fango-Anwendungen. Den genauen Plan bekomme ich später, nach dem Abendessen.

Joggen gehen

Ich liebe das Laufen. Ich liebe die Natur … eher weniger. Ich laufe gerne lange Strecken, bergige eher weniger. Und ich bin in München aufgewachsen, wenn ich von bergig spreche, meine ich bergig und nicht hügelig!

Nun ja, ich habe mich nach dem Frühstück dennoch aufgerafft. Ab in die Laufhose, nach dem Blick nach draußen fiel die Entscheidung auch gegen ein Tanktop und stattdessen für das langärmelige Shirt aus, Schuhe an und dann los.

Schon die ersten 100 Meter hatten es in sich. Zum Glück habe ich meine Bekanntschaft getroffen und konnte schon nach der ersten Minute eine Pause einlegen. Doch als das Gespräch beendet war, musste ich wohl oder übel ran.

Erst etwa 250 Meter leicht ansteigende Strecke. Aber immerhin asphaltiert, so dass ich mich nicht beschwert habe. Dann aber kam, immer noch asphaltiert aber wirklich atemraubend, eine Strecke von etwa 400 Metern. Mit einer Steigung von geschätzten 15 Prozent! Oben angekommen (gefühlte 5 Minuten später) ging es dann meinen befürchteten Waldweg weiter. Links neben mir Wald, rechts Feld und sonst nichts!

So ging es dann einige Meter, am Ende des Weges entschied ich mich für den Rückweg. In die andere Richtung käme wieder eine ähnliche Steigung.

Für den Rückweg musste ich diese nach unten laufen – wahrlich auch kein Spaß. Nach insgesamt 30 Minuten (inklusive Gespräch!) kam ich total am Ende wieder unten an – und bin ein zweites Mal unter die Dusche.

Zum Glück war es nun Zeit fürs Mittagessen.

Zwerg abholen

Das Mittagessen haben wir Mädels wieder alleine unter uns im Restaurant genossen. Und egal, was die anderen gemeckert haben, es war wirklich lecker. Natürlich, im Rizz oder auch im Bayrischen Hof bekommen sie eine ganz andere Qualität, aber mit der Kneipe um die Ecke kann die Küche allemal mithalten.

Danach habe ich mich gefreut, Zwerg abzuholen. Allerdings hat Zwerg das ganz anders gesehen. Natürlich war es toll, dass die Mami gleich nach dem Schlafen da war. Ganz und gar nicht toll war, dass der getätigte Schlaf nicht annähernd ausgereicht hat.

Wir wollten nur kurz aufs Zimmer, Zwerg eincremen und dann ab zum Spielplatz. Überraschenderweise ist Zwerg im Zimmer aber so abgegangen, dass nix mehr war mit Spielplatz. Stattdessen kam eine Mitarbeiterin der pädagogischen Abteilung und fragte, ob sie mir helfen könne. JA! Also nahm sie Zwerg und ab ins Bett.

Gibt es bei mir immer ein riesiges Theater, wenn ich das mache, schlief Zwerg, kaum, dass die Mitarbeiterin mir gesagt hatte, dass Zwerg nun im Bett liegt!

Die Ruhe hielt nicht lange, doch Zwerg hat es gereicht. Ausgeschlafen und mit einer engelsgleichen Laune wurde ich gefragt, ob noch kurz Zeit zum Spielen sei, bevor der Zwergen-Check Up anstand. Ich war begeistert.

Orientalischer Tanz

Nachdem nun auch Zwerg gecheckt wurde, ebenfalls wird der Therapieplan abends in unserem Postfach liegen, war es nun aber endlich Zeit für den Spielplatz.

Die Freude währte in etwa eine Stunde, anschließend stand schon wieder das Abendessen auf dem Plan.

Für danach jedoch hatte ich uns etwas ganz besonderes gebucht: Zahlreiche Sonderaktivitäten werden angeboten, eine davon orientalischer Tanz. Ich liebe orientalische Musik, Zwerg liebt es zu tanzen. Nach dem gemeinsamen Abendessen, wieder sehr erholsam und entspannend, gingen wir in die Sporthalle um zu elektronischer Musik vermeintliche Bauchtänze durchzuführen.

Ich bin ganz und gar nicht auf meine Kosten gekommen, denn abgesehen von Tarkans „Shikedim“ war nichts auch nur annähernd orientalisch, dafür haben Zwerg und ich dennoch getanzt, bis uns die Puste wegblieb.

Nach einem kurzen Zwergenbad ging es dann auch schon ins Bett – der 2. Tag unserer Kur liegt nun hinter uns und wir freuen uns auf morgen. Zumindest ich, denn nach der Blutabnahme, auf die ich mich gar nicht freue, starte ich nach dem Frühstück mit einer Massage durch.

Let the relaxation begin!