So, nun ist es da – das gefürchtete Wochenende.

Trotz großem Betonen auf der Webseite des Sanatoriums und der mehrfachen Erwähnung in der Broschüre findet dieses – und auch jedes weitere – Wochenende keine Kinderbetreuung statt.

Ich brauche nicht noch einmal zu erwähnen, dass es die großzügige Betreuungszeit gewesen ist, weswegen ich mich für diese Einrichtung entschieden habe.

Meine Laune ist entsprechend weit unten.

Zwerg sollte nicht viel in die Betreuung, aber meine Stunde joggen wollte ich insbesondere an den behandlungsfreien Tagen schon haben. Gut. Dann eben anders.

Mahlzeiten in der Hölle

Bekanntschaft und ich wollten auch am Wochenende zusammen essen.

Das gute an der nicht vorhandenen Kinderbetreuung: Die Kinder dürfen mit den Eltern gemeinsam im Restaurant essen.

Ich revidiere: es ist nur das vermeintlich gute.

Denn während Zwerg wirklich lieb und ruhig neben mir sitzt und futtert, sind auch die Rotzgören der anderen Mütter mit anwesend. Die wenigen wohlerzogenen Ausnahmen (du darfst jetzt selber entscheiden, ob ich die Mütter oder die Kinder meine!) gehen in dem Geschrei, Gerenne und unerträglichen Geplärre vollkommen unter.

Das Buffet sieht aus, als wäre eine Horde Heuschrecken darüber hergefallen (vielleicht ist sie das auch und ich habe das nur mit den anderen Kurenden verwechselt?), was auf den Boden fällt, bleibt liegen. Ganz nach dem Motto: Tritt sich schon fest.

Es ist Wochenende. Eigentlich eine Zeit, in der ich vom Alltagsstress Abstand bekomme. Hier werden die drei Wochenenden sicher zur puren Qual.

Zwerg und Kind meiner Bekanntschaft gehen auf ihre Weise mit der Lautstärke und der Unachtsamkeit von den anderen – insgesamt immerhin 120 Erwachsene plus mindestens doppelt so viele Kinder – um.

Während Zwerg in sich gekehrt sitzt und isst, dreht das Kind der Bekanntschaft am Rad, fängt an zu zicken und zu weinen, aus keinem offensichtlichen Grund. Zwerg hingegen braucht noch mehr Bewegung und Ruhe als sonst. Auch die Kuscheleinheiten fallen weitaus länger aus als normalerweise. Damit wiederum kann ich allerdings sehr gut leben!

Freizeit – und was nun?

Auf Grund der fehlenden Kinderbetreuung entfallen natürlich so einige Aktivitäten für die Freizeit. Abhilfe schaffen sollen zahlreiche Angebote für Eltern-Kind-Aktionen. Basteln, Turnen, Tanzen, Lesen und vieles mehr wird angeboten. Das meiste allerdings für Kinder ab 6 Jahre. Zwerg ist 3. Hm.

Also ging es ab ins Schwimmbad und den Spielplatz, eine Runde mit dem Laufrad durch den Wald und abends noch ein langer Spaziergang.

Gereicht hat es dennoch nicht.

Hinzu kommt, dass ich am Samstag mit Zwerg eigentlich zu einer Freundin fahren wollte, die nicht weit von hier entfernt wohnt.

Doch mein Auto – erst vor einer Woche mit einer neuen TÜV-Plakette für fahrtauglich und verkehrssicher befunden – hatte keine Lust. Lampe leuchtet, die ich noch nie gesehen habe. In der Bedienungsanleitung nachgelesen: Bitte fahren Sie sofort in die nächste ***(Hersteller)-Werkstatt. Super. Mitten in der Pampa. Zwergenpapa angerufen (gelernter Karosseriebauer beim Hersteller unseres Wagens) – auch kein grünes Licht zur Fahrt bekommen, dafür aber die Kontaktdaten eines Händlers in der nächsten „Stadt“. Freundin abgesagt,

Zwerg erklärt, dass wir nicht fahren können und nun ganz schnell spannende, interessante und abwechslungsreiche Alternativen finden.

Vielen Dank auch, liebes Auto!

Aber auch das schlimmste Wochenende geht vorbei – immerhin schläft Zwerg nicht nur wunderbar ein, sondern auch durch. Lässt sich auch weder vom Lärm der ständig qualmenden Mütter vor unserem Fenster verunsichern noch von dem der Kinder, die morgens als erstes in den Garten geschoben werden, damit die verständlicherweise noch müden Rabenmütter, äh, Mütter noch eine Runde schlafen können.

Du denkst, ich übertreibe?? Nicht ansatzweise!