Dass mein Körper auf psychologischen Stress mit physischen Symptomen reagiert, weiß ich schon seit Jahren. Schon während der Ausbildungszeit war ich krank, wenn mein Chef mich für den Frühdienst einteilte und stets fit, wenn ich zum Spätdienst antreten durfte.

Viele Jahre lang hatte ich kaum Beschwerden und musste mir daher auch kaum Gedanken machen. Doch in den letzten paar Jahren hat sich das geändert: Beruflich ging es plötzlich ziemlich aufregend zu, privat sowieso.

Es hat mir immer Spaß gemacht, aber es hat mich auch alles Kraft und Zeit gekostet. Zeit, die an anderen Stellen eingespart werden musste. Also wurde weniger geschlafen und auf Freizeit verzichtet, damit genügend Zeit für Job und Familie da gewesen ist. Dass das nicht gut gehen konnte, wurde mir schmerzlich bewusst: Erst schlitterte ich von einem Infekt in den nächsten. Kurz auskuriert und weiter ging der Marathon. Dann folgten plötzlich enorme Migräne-Anfälle (die hatte ich vorher vereinzelt, und auch niemals nur annähernd so schlimm), unerklärliche Magenverstimmungen, so dass ich mich gar nicht mehr bewegen konnte und extreme Rückenschmerzen.

Alles nacheinander, so als würde mir mein Körper sagen: „Mädel, wenn du jetzt endlich auf mich hörst, dann höre ich auf, dich zu quälen. Machst du weiter wie bisher, fällt mir noch etwas grausameres für dich ein.“.

Natürlich habe ich nicht aufgehört!

Doch irgendwann, eines nachts in meinem Bett, als ich mir wieder tausend Gedanken über den kommenden Tag gemacht habe, was ich zu tun habe, welche Deadlines eingehalten werden müssen und was privat nach einem harten Arbeitstag alles noch zu erledigen sein würde, kam mir ganz plötzlich der Gedanke, was denn sei, wenn ich es eben nicht tun würde.

Nicht, weil ich Kunden und Familie hängen lassen würde, sondern weil es einfach nicht mehr geht. Und dann kam mir der Gedanke einer Kur. Und ich sah mich selber vor mir: faltig, erschöpft, grauhaarig, ALT.

Doch vor meinem inneren Auge wurde ich jünger – je mehr mir bewusst wurde, dass es so wie ich nun seit Jahren gelebt habe, nicht mehr weitermachen kann. Ich wusste plötzlich, dass ein – und ich hasste dieses Wort schon bevor es in den Medien gehypt worden ist –Burn Out nicht mehr weit war. Das konnte ich mir aber keinesfalls leisten!

Ich habe diese Nacht erst einmal richtig ausgeschlafen, fühlte mich am nächsten Tag viel besser und wollte mehr davon.

Also fing ich an, mich auf die Suche nach einer Möglichkeit, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen, zu begeben. Ich wollte nicht mehr von Deadlines, Terminen und Aufgaben kontrolliert werden.

Meine Lösung war eine Kur. Ich konnte es selber kaum glauben! Aber ich habe mich informiert, online, menschlich und medizinisch, und habe nur kurze Zeit später meinen Antrag an die Krankenkasse abgeschickt. Zwei Wochen später war die Antwort da – genehmigt! Also eine gute Klinik suchen und den Urlaub auf Krankenschein buchen.

Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass mir drei Wochen Kur wirklich gesundheitliche Besserung verschaffen. Aber ich bin offen dafür. Und ich freue mich – schon bald geht es los. Auf den folgenden Seiten könnt ihr mitverfolgen, wie es mir erging.