Die Mutter wacht auf. Wie jeden Morgen geweckt von den ersten Tönen eines Songs ihres Lieblingssängers. Wie jeden Morgen müde.

Sie ist gestern einfach eingeschlafen. Früher als sonst, aber dennoch spät. Motivation zum Aufstehen – Fehlanzeige.

Heute wird sie mit Hänsel eine kleine Radltour machen. Sie fahren zu einem See. Dort wollen sie picknicken. Der Junge hofft, dass er auch ins kühle Nass springen darf. Seine Badehose packt er ein. Die Mutter das Essen.

Beide freuen sich. Beide liegen noch im Bett. Auch Gretel schläft noch. Sie wird gleich in den Kindergarten eskortiert und darf dort mit ihren Freunden spielen. Darauf freut sie sich sehr.

Die Mutter freut sich auf Kaffee. Bis ihr einfällt, dass keine Milch mehr da ist. Hänsel wollte gestern welche aus der Garage holen. Bei all dem Küchendrama aber geriet die Milch in Vergessenheit. Das kann ja was werden, ein Tag ohne Kaffee.

Der Junge sieht es genauso. Daher nimmt er sich den Autoschlüssel und holt die Milch. Die Mutter bereitet währenddessen das Picknick vor und weckt ihre Tochter.

Als das Mädchen im Kindergarten ist, radeln Mutter und Sohn weiter. Gemütlich werden sie etwa eine Stunde benötigen.

Am See angekommen packen sie das Picknick aus. Hänsel hat Hunger. Anschließend friert er. Noch liegt der Steg, auf dem sie es sich gemütlich gemacht haben, im Schatten. Einen Pullover hat er für nicht notwendig erachtet.

Tapfer stürzt er sich kurz darauf in die Fluten des an dieser Stelle etwa ein Meter tiefen Sees, um eine ertrinkende Biene zu retten. Trotz aller Versuche, das Leben zu retten, sind sich die beiden nicht sicher, ob er es tatsächlich geschafft hat. Er setzt das Insekt in die Blüten auf der Wiese und hofft das beste.

Anschließend zieht der Junge seine Badehose an. Die Sonne hat den Steg inzwischen erreicht. Nun möchte er schwimmen.

Mit Gänsehaut im Wasser stehend redet er sich ein, dass das Wasser warm ist. Es dauert eine Weile, als er aber letztendlich untergetaucht ist, hat er Spaß und empfindet das Wasser tatsächlich nicht mehr als kalt.

Er tobt, er schwimmt, er macht Wasser-Handstand. Er ist fröhlich. Er ist ausgelassen. Er wird von seiner glücklichen Mutter beobachtet.
Die beiden genießen diese wenigen Momente Mutter-Sohn-Zeit sehr.

Sie müssen Gretel abholen. Entspannt fahren sie zurück. Und kommen zu spät. Macht aber nichts, Gretel möchte sowieso noch bleiben. Zumindest so lang, bis sie von den Nachmittagsplänen erfährt. Denn Hänsel und die Mutter haben entschieden, dass es zum favorisierten Eisdealer gehen wird.

Mit jeweils zwei Kugel kühlen Glücks setzen sich die drei an den Stadtbrunnen. Nachdem das Eis aufgegessen ist, dauert es keine Minute, bis beide Kinder bis auf die Knochen durchnässt sind.

Hänsel setzt sich zur Mutter. Er möchte trocknen. Gretel sieht das nicht ein und setzt alles daran, Bruder und Mutter nass zu halten. Sich selbst sowieso.

Plötzlich steht Hänsels bester Freund neben den dreien. Verschmitzt grinst er. Hänsel darf eine Runde mit ihm drehen, während Gretel weiterhin versucht, eins mit dem Wasser zu werden. Die Mutter genießt die Sonne.

Als Gretel zu frieren beginnt, brechen sie auf. Unterwegs sammeln die Mädels ihren Jungen ein und machen sich auf den Heimweg.

Hänsel hat später noch Training, die Mädels machen es sich auf der Couch bequem. Im Ofen backt eines der Lieblingsessen der drei.

Solange kein Emotionsdrama mehr kommt, wird dieser Tag als ein sehr schöner abgespeichert.