Nach dem gemeinsamen Film am Vorabend haben sich die TV-Süchtlinge getrennt. Die Kinder schauen in der Prä-Pubertier-Höhle die blonde kleine Hexe und deren Freundin mit dem Reiterhof. Die Mutter widmet sich erneut ihrem Autor-Cop-Duo. Eine Vorgabe hinsichtlich der Schlafenszeit gibt es nicht, ab heute kann ausgeschlafen werden.

Und das tun sie. Alle drei.

Heute ist es nicht Gretel, die als letztes aufwacht, sondern die Mutter. Hänsel ist als erstes wach und zockt eines seiner Lieblingsspiele auf dem Handy. Gretel spielt bedacht leise mit den Autos ihres Bruders.

Als die Mutter aufwacht, braucht sie Kaffee. Keines der Kinder ist gewillt, ihr einen zu bringen. Macht der Mutter jedoch nichts aus, sie zwingt sie dazu. Ebenso wie zum Aufräumen ihrer Zimmer. Wenn die Kinder in wenigen Tagen zu ihrem Urlaub aufbrechen, wünscht sich die Mutter, dass sie ihre Sachen vorher geordnet haben.

Die Kinder fahren in den Urlaub. Die Tage, bevor die Kinder bei den Großeltern sind, machen die Mutter immer ein wenig traurig. So auch dieses Mal.

Die Kinder freuen sich schon wahnsinnig auf die Auszeit. In Gedanken springen sie bereits in den großelterlichen Pool und lassen sich Opas Gegrilltes schmecken.

Aber auch sie haben mit einer apokalyptischen Gedanken-Katastrophe zu kämpfen. Beide erwähnen immer wieder, dass sie aufgeregt sind und ein wenig Angst haben. Was wird nach dem Sommer passieren? Wie werden die neue Schule und der neue Kindergarten sein? Werden sie sich zurecht finden? Werden sie neue Freunde finden?

Antworten hat die Mutter darauf keine. Aber sie verspricht ihren Kindern, dass ihnen eine tolle Zeit bevorsteht. Sowohl die neue Schule als auch der neue Kindergarten werden ihnen Freude machen. Anfangs wird es komisch sein, aber schon bald werden sie sich an die neue Einrichtung gewöhnt haben.

Gemeinsam wollen sie die Wohnung aufräumen. Doch weder Kopf, noch Kreislauf oder Kinder unterstützen dieses Vorhaben.

Nach vielen Stunden, die drei hätten schon längst draußen sein können, ist außer den von der Mutter aufgeräumten Bereichen nichts gemacht. In der Küche stapelt sich weiterhin das Geschirr, im Flur herrscht eine Spielzeuginvasion und in den Kinderzimmern, nun ja, das möchte die Mutter gar nicht so genau wissen.

Eigentlich hatte sie eine Überraschung für Gretel geplant, während diese im Urlaub ist. Schon lange wünscht sich das Mädchen ein Hochbett, das wollte die Mutter endlich organisieren. Beim Blick ins Mädchenzimmer vergeht ihr allerdings die Lust, ihre spärlich gesäte kinderfreie Zeit mit den Kinderzimmern zu verbringen.

Gretel nimmt ihre Mutter in den Arm. Ihr gefällt es, wie der aufgeräumte Teil der Wohnung aussieht und sie ist sich sicher, dass es aufgeräumt bleiben wird, tut sie kund. Die Mutter lacht traurig. Mit viel Glück bleibt das Wohnzimmer zumindest bis zur Abfahrt der Kinder ordentlich, sobald sie aber zurück sind, werden sie ihr Zeug wieder überall stehen und liegen lassen.

Anstatt also den letzten gemeinsamen Nachmittag auf dem Spielplatz zu verbringen, sitzt die Mutter traurig auf dem Balkon, während die Kinder so tun, als würden sie ihre Zimmer vom Chaos befreien. Zu allem Überfluss saugt Hänsel ein Besitztum seiner Schwester auf und löst damit ein Drama aus. Und macht den Staubsauger kaputt. Was für ein Tag!

Die Mutter bereitet das Abendessen vor. Währenddessen bringt Hänsel Ordnung in die Küche. Auch hierbei schindet er möglichst viel Zeit. Wann wird der Junge verstehen, dass er mit ständigen Unterbrechungen um ein Vielfaches länger braucht, als wenn er einmal konzentriert bei der Sache bliebe?

Die Mutter freut sich auf den Abend. Sie möchte mit ihren beiden Nervzwergen einen Film schauen und viel kuscheln. Das erfahren die beiden aber erst nach dem Abendessen.

Zuerst spielen sie mit dem Russisch Brot und essen gegenseitig ihre Namen auf.