Der Tag beginnt, wie der gestrige endete: grau und kühl, mit Regen.

Die Mutter sieht auf die Uhr und beschließt, dass sie einen Kaffee vertragen könnte. Den heutigen Tag wird sie, erneut, ihrer Zukunft widmen.

Erst aber meldet sich das Liebste, das sie hat: ihre Kinder. Hänsel schickt Herzchen, lustige Bildchen und zeigt seiner Mutter auf diese Weise, dass er an sie denkt. Sie denkt auch an ihre Wasserratten. Ob bei ihnen auch so schlechtes Wetter ist? Ob sie einen weiteren Tag, fast, ohne Pool auskommen müssen? Gestern Abend konnten die beiden doch noch ins Wasser springen, das Wetter am Urlaubsort der Kinder ist deutlich besser gewesen als das bei der Mutter.

Als Hänsel nicht mehr antwortet, ist es Zeit für Kaffee. Mit diesem in der Hand muss sich die Mutter eine neue Crime-Sendung suchen. Die mit dem süßen Upper-Eastside-Jungen geht erst im kommenden Jahr in die Verlängerung, die letzte verfügbare Folge sah die Mutter gestern.

Es dauert nicht lange, bis sie eine Idee hat. Sie sieht sich den Trailer und die erste Folge an und ist sich sicher, dass sie ihre neue Begleitung gefunden hat. Insgesamt vier Staffeln stehen für ihr Fernsehvergnügen bereit, inkludiert sind eine Menge Intrigen, ein bisschen Mord, viel Spannung und auch der eine oder andere hübsch anzusehende Darsteller. Ihren (optischen) Favoriten hat sie schon vor der ersten Folge ausgemacht. So mag sie das.

Entgegen ihrer Planung nutzt sie den regnerischen Tag vorwiegend zum Abschalten. Runterfahren. Verarbeiten. Jede Menge Kaffee und Apfelschorle unterstützen sie dabei, zudem einen Fastentag durchzuhalten. Bis nachmittags sieht es gut für sie aus.

In ihre liebste Decke eingekuschelt liegt sie auf der Couch, bingt ihre neue Sendung und genießt die Ruhe um sich herum. Zwischendurch ärgert sie sich immer mal wieder, dass sie kein Eis mehr im Tiefkühler hat, nur um sich dann darüber zu freuen, dass sie ihren Fastentag mit Eis niemals durchhalten würde.

Sie kuschelt sich in Decke und Kissen, versetzt ihr Handy in den Flugmodus, schließt den Laptop und lässt die Welt für den restlichen Tag einfach mal draußen.