Es ist Samstag. Es ist kurz nach sieben Uhr morgens. Der Wecker klingelt. Moment – der Wecker klingelt? Warum klingelt der Wecker?

Die Mutter ist irritiert. Kurzzeitig. Dann schaltet sie Michael aus, dreht sich um und schläft weiter.

Drei Stunden später wacht sie wieder auf. Der erste Griff geht zum Handy. Den Wecker ausschalten.

Es ist eine Nachricht eingegangen. Hänsel bekundet seine Freude über die Fotos des Sonnenuntergangs, die ihm die Mutter gestern geschickt hat.

Die Kinder teilen die Leidenschaft ihrer Mutter. Sie selbst möchten auch gerne einmal dabei sein. Versprochen hat es ihnen die Mutter für den nächsten Urlaub. Tagsüber im See planschen, abends den Sonnenuntergang bei einem Picknick am Wasser genießen. Darauf freuen sich alle drei.

In diesem Augenblick freut sich die Mutter ebenfalls über Kaffee. Ein kleiner Jin in anthrazit wird beauftragt, ihr den Wunsch nach einer heißen Tasse voll Freude zu erfüllen. Gefügig tut er, was sie drückt.

Als der Jin – sollte sie ihm als wichtiges Mitglied ihres Haushaltes eventuell einen Namen geben? – fertig ist, begibt sich die Mutter zu ihrem Lieblingsplatz.

Es ist noch nicht einmal Mittag, sie sitzt im Schatten und dennoch ist es heiß. Überlegungen, heute zu Radeln oder an einen See zu fahren, werden schnell beiseite geschoben.

Einkaufen gehen, vorzugsweise viel Eis und neue Kaffeebohnen, und sich dann in der kühlen Wohnung in die amerikanische Vorstadt zu begeben, klingt für die Mutter deutlich angenehmer als bei den für heute angesagten dreißig Grad im Schatten, mit vielen Menschen an einem See zu liegen, in den sie sowieso nicht hineingeht.

Glücklich, bereits am Vortag ihre Sonnenuntergangsbilder bekommen zu haben, sicher, weitere mit den Kindern gemeinsam machen zu können, lehnt sie sich zurück und genießt ihren Kaffee aus der Star Wars Tasse ihres Sohnes.

Nachmittags geht sie einkaufen. Sie stellt sich an der Kasse mit der längsten Schlange an, weil sie die Kühle der Klimaanlage sehr viel mehr genießt als die Hitze auf dem Weg nach Hause.

Es gibt Abendessen. Eineinhalb Liter Eis. Sie muss mit Erdbeer und Mango-Ananas Vorlieb nehmen, Zitrone war ausverkauft.

Nachdem sich keine Begleitung für ein weiteres Fotoshooting der untergehenden Sonne gefunden hat, verweilt sie weiterhin auf dem Balkon.

Später gibt es noch ein Date mit den Gangs der Vorstadt. Dazu vielleicht ein Bier. Oder Eis.