Der Abend läuft anders als gedacht. Der Streamingdienst möchte ganz offensichtlich nicht, dass die drei ihre Réunion mit den Gormiti feiern. Also erzählen sie eine Zeit lang, bevor die Kinder ins Bett gehen.

Zwei Stunden später schlafen die beiden. Hänsel kuschelt sich vor dem Einschlafen noch zu seiner Mutter, es besteht akuter Rede- und Kuschelbedarf. Dieser wird umgehend gestillt.

Es ist inzwischen sechs Wochen her, dass die Mutter ihren beiden abends, wenn sie schon schlafen, ein weiteres Gute-Nacht-Küsschen gegeben hat.

Heute steht sie zwischen den beiden Kinderzimmern und sieht den Blondschöpfen abwechselnd beim schlafen zu. Sie sind beide ganz wunderbar. Sie schwitzen beide ganz fürchterlich.

Die Mutter streicht ihnen die Haare aus den hübschen Gesichtern, drückt jedem einen dicken Schmatzer auf die Stirn und legt sich anschließend ins Bett.

Auch ihr ist warm. Glücklicherweise soll es morgen kühler werden. Der Wohnung wird das gut tun. Den Bewohnern ebenfalls.

Der Streamingdienst hat es sich inzwischen anders überlegt. So startet die Mutter ihre Einschlafserie. Vom Einschlafen ist sie etwa sieben Folgen entfernt.

Es ist vier Uhr. Gretel tapst entschlossen auf das Bett ihrer Mutter zu. Die beiden haben den Deal, wenn die Kleine nachts Angst bekommt, darf sie sich jederzeit zu ihrer Mutter kuscheln. Das tut sie nun.

Draußen zieht ein Sturm auf. Neben ihr die kleine Wärmflasche. Die Nacht der Mutter gleicht einer Katastrophe.

Als sie nach wenigen und ungemütlichen Stunden aufwacht, bereut sie mindestens die letzten sechs Folgen. Vielleicht. Ein bisschen.

Noch bevor sie richtig wach ist, steckt Hänsel schüchtern den Kopf zur Tür hinein, um zu schauen, ob seine Mädels wach sind. Er hält einen kurzen Plausch mit seiner Mutter, währenddessen auch Gretel die Augen öffnet.

Die Kinder haben gut geschlafen. Immerhin.

Ab heute muss sich die Mutter ihren morgendlichen Kaffee nicht mehr selbst zubereiten. Während sie sich sehr über diese Gegebenheit freut, wünschen sich die Kinder zurück in den großelterlichen Pool.

Sie sehen ein, dass dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen wird und Hänsel bringt seiner Mutter murrend einen ersten Kaffee. Er hat mit seiner Schwester ausgehandelt, dass sie dann beim zweiten an der Reihe ist.

Hänsel tänzelt zurück in sein Zimmer. Er ist gut gelaunt. Seine Mädels hingegen bleiben noch lethargisch im Bett liegen und versuchen sich an den neuen Tag zu gewöhnen.

Das geht bei Gretel deutlich schneller als bei der Mutter. Sie erzählt und spielt und macht Blödsinn. Irgendwann fragt sie ihre Mutter, ob sie eine Ratschtante ist. Selbst, wenn sie wollte, das kann nicht verneint werden. Die Stimme aus dem Off des Hänsel’schen Kinderzimmers bestätigt die Antwort ebenfalls.

Jetzt, da das geklärt ist, kann es an die Tagesplanung gehen. Die Kinder möchten zuhause bleiben. Das wundert die Mutter nach drei Wochen in ständiger Begleitung nicht. Sie müssen einkaufen gehen, ansonsten ist auch das große Mädel sehr entspannt. Solange sie Kaffee bekommt.

Gretel möchte gerne mit einkaufen. Hänsel ist froh, dass er die Wohnung für sich hat. Nach einer Stunde wird er doch etwas ungeduldig, was er seiner Mutter auch mitteilt. Lesen wird sie es erst, wenn sie wieder zuhause ist.

Der Junge freut sich sehr und bietet an, den Einkauf einzuräumen. Da sagt die Mutter nicht nein. Ebenso wenig bei der Frage, ob die beiden anschließend, im Kinderzimmer, etwas gucken dürfen.

Alle drei sind glücklich. Die Kinder mit dem kleinen dicken Wunschpunktwesen, die Mutter mit Handy und Musik bei Kaffee auf dem Balkon.