Endlich wacht die Mutter zu einer normalen Uhrzeit auf. Als sie ihre Augen öffnet, ist ihre Tochter das erste, das sie sieht. Liebevoll blickt die Kleine sie an, bevor sie sie fest in den Arm nimmt und anschließend ausgiebig mit ihr kuschelt.

Hänsel ist auch schon wach, als gutes Prä-Pubertier aber ignoriert er die Kuschelorgie im Wohnzimmer.

Der Himmel scheint heute Löcher zu haben, daher möchten die Kinder zu Hause bleiben. Die Mutter nutzt diesen Wunsch, um die Wohnung in Ordnung zu bringen. Alle bekommten eine Aufgabe und ausreichend Zeit. Als Belohnung darf sich jeder einen Film fürs Kuschelkino am Abend aussuchen.

Voller Elan starten die Kinder mit der Aufräumaktion in ihren Zimmern. Dazu lassen sie diverse Folgen der kleinen blonden Hexe aus den Boxen dröhnen. Die Mutter beginnt, lethargisch, das Wohnzimmer und den Balkon in Ordnung zu bringen.

Sechs Stunden Zeit haben sie. Wenn die Wohnung am Abend sauber und ordentlich ist, werden es sich die drei mit Pizza und Popcorn auf der Couch gemütlich machen.

Den ersten Film darf Hänsel aussuchen, den zweiten Gretel. Wenn die Kinder anschließend im Bett verschwinden, gibt es den hübschen Teufel für die Mutter. Alle drei freuen sich schon sehr auf den Abend.

Nach nur einer halben Stunde ist das erste Zimmer fertig, kurz darauf das zweite. Überraschenderweise sind es die Räume, die der Mutter zugeteilt waren. Denn, anders als die Kinder, räumt sie auf, statt mit all dem Zeug zu spielen und es durch die Gegend zu werfen.

Lange Gesichter auf Seite der Kinder. Wollten sie doch Gewinner sein.

Die Mädels ziehen sich an – Gretel sieht heute aus wie die kleine Version ihrer Mutter und macht diese damit sehr glücklich – und fahren einkaufen. Wie etwa die Hälfte der im Umkreis lebenden Menschen, wie sie im Supermarkt feststellen müssen.

Als sie, vollgepackt mit leckeren Sachen, wieder nach Hause kommen, hat Hänsel die Zeit genutzt. Um drei Paar Schuhe wegzuräumen und einen Dolby-Surround-Sound für seine Lieblingsgeschichten herzustellen.

Neunzig Minuten haben die Kinder noch, um die Küche in Ordnung zu bringen. Theoretisch reicht die Zeit locker, praktisch befürchtet die Mutter, dass es ein weniger schöner Abend werden könnte.

Sie lässt sich überraschen und kümmert sich um die Wäsche, die Badezimmer und das Staubsaugen. Vielleicht findet sie noch den Elan zum Wischen. Damit hätte sie sich heute Nacht alle neuen Folgen ihres hübschen Dämons verdient. Morgen wäre sie sehr müde, aber sicherlich auch sehr happy.

Immerhin streiten sich die Kinder nicht – die Mutter muss auch mal dankbar für die keinen Dinge des Lebens sein. Denkt sie und setzt sich mit einem Schluck Sekt auf den Balkon.

Kurze Zeit später ist die Flasche leer und der Frieden vorbei. X-Zeit, wie es der Papa der Mutter liebevoll nennt, ist seit zwanzig Minuten erreicht, die Küche noch im Chaos vesunken, keine Pizza im Ofen und die Laune der Kinder im Keller.

Die Mutter zieht in Erwägung, direkt den Teufel zu starten. Fieser als in ihrer Küche kann es in L.A. auch nicht zugehen. Hübscher anzusehen wäre es definitiv.

Wie vermutet cancelled das Prä-Pubertier die Abendpläne. Wahrscheinlich ahnt er nicht, dass sein noch vor 19 Uhr schlafen gehen nichts an der Tatsache ändern wird, dass die Küche von den Kindern fertiggestellt wird.

Gretel saugt indes den Essens-Zubereitungsraum, schmeißt dabei ein Bierglas herunter und ist zu Tode betrübt.

Vielleicht gehen heute alle früh schlafen. Alle, außer der Dämonen-Liebhaberin. Die macht sich gleich etwas zu Essen, öffnet einen weiteren Sekt und genießt acht Folgen Tom Ellis.