Die Mutter fällt völlig erledigt am Vorabend schon kurz nach den Kindern ins Bett. Der Tag war lang, der Tag war anstrengend. Nach nur zwei Folgen einer ihr bereits gut bekannten Sitcom schaltet sie den Fernseher aus und geht ins Bett.

Hänsel ist zu diesem Zeitpunkt noch wach. Da sie es sowieso nicht ändern kann, gibt die Mutter erst seiner schlafenden Schwester und anschließend ihm ein Küsschen und wünscht nochmals eine gute, und baldige, Nacht.

Morgens eskaliert es. Der vierte Schultag, da darf das schon mal sein.

Hänsel ist müde und Hänsel verspätet sich. Sein Freund klingelt, während der Junge noch seine Sachen packt. Die Mutter ist genervt, weil er seine Sachen abends packen soll. Beide sind genervt.

Mit einer Verspätung von einigen Minuten rennt er die Treppe hinunter. Die Zeit ist immer noch ausreichend, dass die Jungs pünktlich ankommen.

Gretel zieht sich währenddessen an. Das Mädchen ist morgens aus dem Prä-Pubertier-Zimmer auf die Couch geflüchtet. Dort lag sie, grinsend, unter der Strickjacke der Mutter. Warum sie nicht zur Mutter gekommen ist oder sich zumindest eine Decke geholt hat, weiß die Kleine nicht.

Die Mutter braucht Kaffee. Die Maschine im Büro ist zur Reparatur eingeschickt, förderlich für den Koffeinbedarf ist das nicht.

Mit einem Bauch voll mit kaltem Koffein radelt die Mutter nachmittags zum Kindergarten. Gemeinsam mit Gretel geht es weiter zum Spielplatz. Dort sind sie mit einer Freundin und Hänsel verabredet.

Sie verleben einen schönen Nachmittag.

Als sie abends daheim auf dem Balkon sitzen, Gretel über das Leben und Herzschmerz – im Sinne von Mobbing, nicht Liebeskummer – philosophiert, hat die Mutter Appetit auf Schokolade.

Gretel schickt ihren Bruder, der bereits im Bett liegt, zum Einkaufen. Brav leistet er der Aufforderung Folge. Zu groß ist seine Angst vor der schlechten Laune seiner Mutter, die am nächsten Tag erneut fruh aufstehen muss.

Mit Schokolade und weiteren Kalorien machen sie es sich auf der Couch gemütlich und läuten das sommerliche Wochenende ein.