Kurz nachdem die Mutter aufwacht, klingelt das Telefon. Die Oma kann Hänsel nicht erreichen. Kunststück, befindet sich sein Handy doch im Besitz der Mutter.

Die Oma möchte gerne auf die Anfrage des Jungen antworten. Die beiden sprechen miteinander und einigen sich, dass Hänsel und Gretel am nächsten Tag zu den Großeltern gehen. Mittagessen inklusive. Mutter exklusive.

Gretel bereitet ihrer Mama fröhlich einen Kaffee zu. Die Information, dass mit der Maschine etwas nicht stimmen würde, betrübt die Mutter. Glücklicherweise fehlt lediglich Wasser.

Während Gretel frühstückt und die Mutter Kaffee inhaliert, räumt Hänsel sein Zimmer weiter auf. Das war der Deal, um die schlechte Laune der Mutter zu reduzieren. Und es wirkt.

Den Kindern gefallen die ordentlichen Zimmer besser, wie sie schon beim Gute-Nacht-Sagen am Vorabend versichern. Und auch die Mutter ist entspannter, als sie endlich wieder Fußboden in den beiden Zimmern erkennen kann.

Vielleicht bleibt es ja für ein paar Tage so. Für morgen auf jeden Fall – wenn die Kinder nicht im Haus sind, können sie keine Unordnung machen.

Den Tag heute möchten die drei unterschiedlich verbringen.

Erst aber tauschen sie ihre Träume aus. Hänsel hat nichts geträumt. Gretel war mit ihrer alten Kindergartengruppe in einem Spaßbad. Und die Mutter hat geträumt, dass das neue Baby vom Vater der Kinder Franz heißt. Die Kinder können sich kaum mehr halten vor Lachen. Soll es doch nach Hänsels Aussagen ein Mädchen sein.

Fröhlich gestimmt mümpfelt Gretel ihr Müsli. Sie äußert den Wunsch, einkaufen gehen zu dürfen. Alleine. Die Mutter überlegt, was sie das Mädchen holen lassen könnte. Hänsel wird Getränke holen, aber seine Schwester mag nicht in Begleitung einkaufen, sondern ganz alleine. Sie wird groß.

Das stimmt die Mutter wiederum traurig. Oder melancholisch. Ihr kleines Mädchen, schon so selbständig. Dennoch ist sie stolz auf ihre Tochter.

Einkaufen geht sie jedoch nicht.

Den Nachmittag verbringt Hänsel mit einem weiteren Haushalt auf der Pumptrack. Oder auf dem Spielplatz. Oder einer Wiese. Vielleicht erfährt die Mutter abends, was die Jungs angestellt haben.

Der übrig gebliebene Haushalt geht spazieren. Gretel fährt Roller, die Mutter läuft, beide genießen die Sonnenstrahlen und die gemeinsame Zeit.

Als die zwei eine kleine Pause machen und Gretel statt auf dem überfüllten Spielplatz lieber auf dem leeren Stadtplatz tobt, ist die Mutter erneut ziemlich stolz auf ihr keines Mädchen. Noch nicht mal in der Schule und hält sich, ohne Anweisung, besser an die aktuell geltenden Bestimmungen als zahlreiche Erwachsene.

Als die Sonne sich langsam verabschiedet, machen sich die Mädels auf den Heimweg. Hänsel wird erst später kommen, das hat er bereits angekündigt.

Auf dem Weg kaufen sie noch Kalorien ein. Gretel hat sich Vanillekrapfen ausgesucht. Ihren nascht sie sofort, Hänsels bleibt als Nachspeise zum Abendessen.

Das bereitet die Mutter auch direkt vor. Pizza soll es werden. Mal wieder. Ihre Diät hat sie schon längst angeschrieben. Müssen wohl doch neue Hosen her. Zumindest, wenn sie vom Büro aus arbeiten muss, ansonsten tun es auch weiterhin Leggins und Stretchhosen.

Es klingelt an der Tür. Hänsel und sein zweiter Haushalt erbitten Einlass. Die beiden Jungs haben ihren Schlüssel vergessen, Hänsel hat angeboten, dass sie bei ihm auf ihre Mutter warten können. Wie froh Hänsel nun um sein aufgeräumtes Zimmer ist!

Gretel möchte so gerne mitspielen. Sehen die Jungs jedoch nicht ganz so wie das Mädchen. Daher bleibt sie bei der Mama und spielt ihr Spiel weiter.

Später wird es noch Kuschelkino geben. Wahrscheinlich wird es wieder die Mutter sein, die als erste einschläft. Einen schönen Tag hatten alle drei.