Zum ersten Mal seit langer Zeit schlafen beide Kinder bei ihrer Mama ein. Glücklich sieht sie den beiden zu. So friedlich, so niedlich, so groß. Mit einem wohligen Gefühl schläft sie zwischen ihren Kindern ein.

Obwohl die Ansage deutlich ist, „Weckt mich nicht, solange sich niemand in ernster Gefahr befindet“, handelt Gretel wagemutig. Ob sie den Adventskalender öffnen dürfe, möchte das Mädchen von ihrer nur noch halb schlafenden Mutter wissen. Sie möge bitte warten, lautet die wenig zufrieden stellende Antwort.

Als die Mutter wenig später die Augen öffnet, liegt sie allein im Bett. Die Kinder sind weder zu sehen noch großartig zu hören. Lediglich ein entferntes Kruschteln ist zu vernehmen und lässt die Frau wissen, dass sie nicht allein ist.

Einen Augenblick später steht Gretel in der Tür. Ob sie den Adventskalender nun öffnen dürfe. Die Mutter nötigt sie zum Guten-Morgen-Ritual, bevor sie zustimmt. Anschließend bittet sie um einen Kaffee und bekommt diesen ohne Gemecker.

Gemeinsam öffnen die Kinder ihre Türchen und spielen anschließend.

Als es an die Tagesplanung geht, äußert Gretel den Wunsch, zu Hause zu bleiben. Mit dem Deal, am nächsten Tag einen Ausflug zu machen, willigen Hänsel und die Mutter ein.

So spielen die Kinder in ihren Zimmern, präsentieren der Mutter ihre Basteleien und machen jede Menge Quatsch. Hänsel kocht, Gretel putzt fleißig Schuhe. Ob sie nur ihre Stiefel putzen darf, oder auch alle Sneaker dazu, fragt sie neugierig und selbstverständlich kein Bisschen berechnend.

Voller Vorfreude säubert das Mädchen auch die Schuhe ihrer Mama. „Du möchtest doch bestimmt auch Schokolade vom Nikolaus bekommen, oder?“ antwortet sie leicht entsetzt, als die Mutter den Grund für die liebe Tat erfahren möchte.

Hänsel ist eher nicht so angetan davon, irgendetwas in Ordnung zu bringen: Schuhe putzen – doof. Zimmer aufräumen – doof. Beim Kochen fabrizierte Küchenabfälle in den entsprechenden Müll schmeißen – doof. Mutter – am doofsten von allen.

Die Mutter bleibt bei alledem entspannt im Wohnzimmer sitzen. Kuschelkino gibt es für Kinder, die aufgeräumte Zimmer und geputzte Schuhe und auch nur dann, wenn die Küche wieder betretbar ist. Da Hänsel einen speziellen Filmwunsch hat, zieht er los, Ordnung zu schaffen. Ob er es auf den etwa fünf Metern zu seinem Zimmer wieder vergessen wird, interessiert die Mutter wenig.

Der Film wird maximal um halb acht gestartet, wer nicht fertig ist, kommt ins Kino nicht mehr rein.

Selbst freut sie sich auf den an den Kinderfilm anschließenden Mama-Film. Welcher heute läuft, wird sie noch entscheiden.


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