Der Wecker klingelt. Kein schönes Gefühl, aber ein schöner Grund. Denn Hänsel hat einen Termin, auf den sich die Mutter und der Sohn sehr freuen. Nur leider hat er den nicht zu einer Mutter- – Hänselkonformen Zeit. So müssen die beiden aufstehen und Gretel darf noch weiterschlummern.

Der Termin läuft super. Hänsel hat Spaß und die Mutter ist stolz auf ihren Sohn. Den beiden tut diese gemeinsame Stunde sehr gut. Gretel schläft weiterhin.

Erst kurz bevor Hänsel los muss, kommt das Mädchen aus dem Bett gekrochen. Sie muss sich nun beeilen, denn auch sie hat nicht mehr viel Zeit, bis sie abgeholt wird. Es klingelt, als sie beim Zähneputzen ist.

Beide Kinder verbringen den Nachmittag bei den Großeltern. Die Mutter möchte spazieren gehen. Eigentlich. Denn als sie die Tür hinter ihrem Nachwuchs geschlossen hat, überkommt sie ein Gefühl des Genervtseins. Die Wohnung sieht fürchterlich aus. Die Familie hatte vereinbart, dass alle ihren Bereich bis heute Abend aufgeräumt und sauber gemacht haben.

Niemand hat sich daran gehalten. Wenn sie es genau nimmt, auch sie selbst nicht. So räumt sie in Flur und Küche – beides die Bereiche der Kinder – soweit auf, dass sie zumindest putzen kann. Anschließend ist das Wohnzimmer dran. Durch die dicken Schläuche des Ungetüms, die zusätzlich noch Abstand benötigen, stehen die meisten Möbel mitten im Raum. Der Abstand zwischen Couch und Wand beträgt fast einen Meter, im Essbereich ist es ahnlich. Dort stehen die Schränke ebenfalls mitten im Raum.

Auf das Wohlbefinden und die Gemütlichkeit der Räume wirkt sich das nicht aus. In die Küche blickt sie gar nicht erst. Denn dort ist neben den Schläuchen auch das Ungetüm selbst aufgebaut. Da das Wasser unter den Schrank hindurch zu den Nachbarn gelaufen ist, befinden sich auch Schläuche im Schrank. Die eigentlich hineingehörenden Schubladen stehen in dem schmalen Raum um die Schläuche herum verteilt. Selbst wenn sie wollte wäre hier Ordnung nicht möglich. Um das Geschirr aber, das die Kinder fein säuberlich auf der Arbeitsplatte und in der Spüle aufgestapelt haben, dürfen sich die beiden abends kümmern.

Die Mutter bereitet sich einen Kaffee zu und setzt sich, immer noch im Schlafanzug, hin. Eigentlich wollte sie die Zeit nutzen und einen langen Spaziergang unternehmen. Sie hat ein neues Hörbuch, das sie gerne begonnen hätte. Nun disponiert sie um und geht eben eine knappe Stunde joggen. Sofern Knie und Kondition das zulassen.

Nach zwei Kilometern ist der Endgegner besiegt: Die Mutter kann nicht mehr laufen und so walkt sie weiter. Pünktlich holt sie die Kinder ab. Die aber sind alles andere als abholbereit und so macht es sich auch die Mutter bequem und ratscht eine Weile.

Zum Abendessen sind die drei dann aber zuhause. Die Kinder erledigen ihren Teil der Aufräum-Aktion und die Mutter bereitet die Nachspeise für den morgigen Raclette-Abend vor, bevor sie sich einen gemütlichen Abend machen.


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