Den Abend verbringen die drei vorwiegend getrennt. Zum obligatorischen Abendkuscheln kommen sie wieder zusammen. Sie sprechen über die vergangenen Stunden, wie es ihnen geht und was sie am nächsten Tag vorhaben. Sie sind entspannt und müde. Früher als die letzten Tage liegen sowohl die Kinder als auch die Mutter im Bett. Jeder in seinem eigenen. In den Kinderzimmern laufen Gute-Nacht-Geschichten, bei der Mutter eine Serie.

Währenddessen bringt sie sich auf Stand, was in der Pressekonferenz des Ministerpräsidenten mittags alles verkündet wurde. Viele Dinge hat der Chef des Landes aus der Besprechung alles Länder übernommen, das war klar. Dass er aber auch die Winterferien ausfallen lässt, ist neu. Und überraschend. Und bringt die Mutter ein wenig aus der Fassung.

Nicht, dass sie ihre Kinder vor März wieder in ihren Einrichtungen gesehen hätte, aber das Aussetzen der Ferien bedeutet, dass die Langschläfer-Familie nun mindestens elf Wochen lang Stunden vor ihrer natürlichen Uhrzeit aufstehen muss. Die Zweifel, dass das emotional gut gehen wird, sind immens.

Morgens ist die Mutter vollkommen gerädert. Ihre Tochter konnte nicht einschlafen und kommt abends, eher nachts, noch zu ihr ins Bett gekrochen. Erst, nachdem die Mutter ihr Mädchen einige Zeit fest im Arm gehalten hat, kann die Kleine einschlafen. Trotz der großen Liegefläche aber weicht sie keine fünf Zentimeter von ihrer Mama ab. Entsprechend unbequem liegt de Frau.

Kurz nachdem sie aufgestanden ist und mit Kaffee am Frühstückstisch sitzt, lugt schon das Köpfchen ihrer Tochter um die Ecke. Das Mädchen ist nach nur achteinhalb Stunden Schlaf aufgewacht, weil sie ihre Mama vermisst.

Die beiden kuscheln und sprechen miteinander, bis Gretel zufrieden ist und ihrer Mama glaubt, dass diese nicht verschwinden wird. Entspannt dreht sich das Mädchen nochmals um und wickelt sich gemütlich in die Decke ein. Ihre Mama schickt sie zu ihrem Termin, der gleich ansteht.

Nach dem Termin ist die Mutter glücklich. Sie hat viele Informationen erhalten und kann eine Sache nun weiter verfolgen. Mit Rückendeckung.

Fröhlich startet sie nun in den Nachmittag. Ihren Nachmittag. Hänsel ist mit seinem Kumpel unterwegs, Gretel auf dem Weg zu einer Freundin. Die Mutter selbst zu einem austauschintensiven Spaziergang.

Mit vielen Schritten und noch viel mehr Informationen im Gepäck holt sie auf dem Rückweg ihre Tochter ab, ihr Sohn ist bereits zu Hause. Es gibt ein leckeres Abendessen, bevor eine weitere Aufgabe abgearbeitet werden möchte. Nach Erledigung ist es schon fast Schlafenszeit. Theoretisch zumindest. Praktisch sieht keines der Kinder müde aus. Die Mutter schon, aber das wird ignoriert.


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