Auch heute ist es noch dunkel, als die Mutter aus dem Schlaf gesungen wird. Lediglich zwei Tage startet der Unterricht zur ersten Stunde, sowohl Hänsel als auch seine Mama verfluchen diese beiden Tage. Heute ist einer von ihnen. Gretel schläft, wie jeden Tag, weiter, während die Mutter aufsteht und ihren Sohn weckt.

In ähnlicher Verfassung wie sie selbst quält sich auch das Pubertier aus dem Bett. Wenig später sitzen Mutter, Kaffee und Hänsel am Arbeitsplatz. Noch zwanzig Minuten, bis der Unterricht beginnt.

Beide sitzen im Schlafanzug an ihren Laptops und arbeiten. Beide müssen sich im Laufe des Tages noch umziehen. Die Mutter hat später einen Termin und wird die Wohnung für etwa eine Stunde verlassen müssen, Hänsel hat seinen obligatorischen Termin mit dem Opa, zu dem auch er die Wohnung verlassen werden muss.

Der Mutter ist es aber noch zu kalt, ihren warmen und kuschligen Schlafanzug auszuziehen. So wartet sie auf den Unterrichtsbeginn und wird während einer Schulstunde, in der ihre Unterstützung eher unwahrscheinlich benötigt wird, duschen gehen. Sie genießt die kleine Auszeit und fühlt sich gut, bevor sie sich danach in die ungemütliche Kälte begibt und verflucht wird, den Termin für heute vereinbart zu haben.

Zwar scheint inzwischen die Sonne und lässt die Welt freundlich erstrahlen, kalt ist aber dennoch. Glücklicherweise ist der Weg nicht weit und sie schon bald wieder zurück. Die Kinder nutzen währenddessen Hänsels Freistunde und toben durch die Wohnung.

Nachmittags hat Hänsel sein Date mit dem Opa. Die Mädels schnappen sich in der Zeit die Oma und spazieren eine große Runde durch den kalten Sonnenschein.

Gretel möchte im Anschluss mit zur Oma. Erst freut sich die Mutter darüber. Als sie aber realisiert, dass sie dann abends, im Dunklen, wenn es noch viel kälter ist als nachmittags, nochmals die Wohnung verlassen muss, ist die Freude schnell vorüber.

Zwar kann sie die Lieferung ihres neuen Spielzeugs ein wenig aufmuntern – gemeinsam mit Hänsel stattet sie Wohn- und Arbeitszimmer mit WLAN-fähigen Steckdosen aus – die Kälte aber fürchtet sie dennoch. Hänsels pragmatische Lösung, die Oma möchte Gretel doch bitte bringen, ist zwar gut, aber wohl doch ein wenig deplatziert.

So wartet die Frau die typische Essenszeit ihrer Eltern ab, bevor sie sich auf den Weg macht, ihre Tochter nach Hause zu bringen.

Für den Abend steht Kuschelkino auf dem Plan.


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