Kurz vor dem Klingeln des Weckers steht Gretel in der Tür der Mutter. Lächelnd kriecht das Mädchen unter die Decke ihrer Mama, kuschelt sich in deren Arm und schläft wieder ein. Die Frau hingegen steht auf.

Die Sonne scheint und der Tag verspricht schön zu werden.

Hänsel startet in seinen Unterricht und die Mutter startet in das Abarbeiten ihrer To dos. Zwischendurch sprechen sie immer mal wieder über die Uroma. Ihr Tod jährt sich nun schon zum dritten Mal. Gretel ist sich sicher, dass es die Uroma ist, die ihnen die Sonne geschickt hat und freut sich so sehr, dass sie am liebsten im sommerlichen Dress nach draußen gehen möchte. Warum die Mutter ihr das verbietet, versteht sie nicht, zieht sich aber dennoch eine Strumpfhose unter die Shorts und ein Longsleeve über das Top.

Sehnsüchtig warten alle darauf, dass Hänsels Unterricht beendet ist. Am meisten wohl der Junge selbst. Als es soweit ist, beeilt sich der Junge, dass auch er ausgehfertig wird.

Gretel möchte mit dem Fahrrad fahren, Hänsel sein Bewegungsspiel mitnehmen und die Mutter würde sich am liebsten mit einem Kaffee an ihren Happy Place setzen. Ziel wird aber stattdessen der örtliche See. Ohne Kaffee. Dafür mit Sonnenschein im Gesicht, tollen Bildern im Speicher der Kamera und fröhlicher Begleitung.

700 verbrauchte Kalorien, knapp 70 Etagen in die Höhe und fast 17.000 Schritte in die Weite später, auf dem Weg noch Gretels Lieblingserzieherin getroffen, kommen die drei hungrig und gut gelaunt wieder nach Hause. Der Spaziergang tat allen gut, die Stimmung ist entspannt und die Gelassenheit hoch.

Hänsel schnappt sich seine Schwester, gemeinsam gehen sie kochen. Die Mutter lässt die beiden machen, sie schafft währenddessen ein wenig Ordnung. Für den nächsten Tag hat sich der Vermieter angemeldet, der soll nicht rückwärts wieder aus der Wohnung herausstolpern.

Nach dem gemeinsamen Abendessen geht Hänsel noch eine Runde Joggen. Traurig, dass die Mutter ihn bei einsetzender Dämmerung nicht mehr allein in den Wald lässt, sucht er eine Alternative. Den Vorschlag seiner Mutter nimmt er gerne an und lässt die stolze Frau mit dem schlechten Gewissen zurück. Sie würde auch gerne wieder Joggen, ist aber weder konditionell noch knietechnisch überzeugt. Außerdem ist ist sie faul. Aber immerhin trägt sie eine Jogginghose.

Der Junge kehrt mit der Erkenntnis heim, dass direkt nach dem Essen, mit vollem Magen laufen gehen keine gute Idee ist. Schmunzelnd nimmt die Mutter ihn in den Arm und er erinnert sich, dass sie ihm das bereits mehrfach mitgeteilt, er es aber nicht geglaubt hat. Künftig weiß er, dass er zwischen Essen und Sport eine Pause einhalten wird. Die Mutter verfrachtet den schwitzenden Jungen in die Wanne. So genießt sie vor der Schlafenszeit noch zehn bis siebzig Minuten Ruhe.


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