&nbspGemütlich liegen Gretel und ihre Mutter nach dem Aufwachen im Bett, kuscheln und erzählen. Plötzlich springt das Mädchen auf. Erschrocken möchte die Mutter wissen, was los ist. Die Kleine sieht sie ernst an, lächelt dann und informiert ihre Mutter, dass sie ihr selbstverständlich einen Kaffee bringen möchte!

Selbstverständlich, wie konnte die Mutter das nur nicht wissen? Gretel wird jedoch abgelenkt. Als das Mädchen auf der Suche nach einer Tasse in die Küche spaziert, fällt ihr Blick aus dem Fenster. Es schneit!

Diese Information tut sie lautstark und aufgeregt kund. Erst bei ihrer Mutter, anschließend bei ihrem Bruder. Das Mädchen stellt fest, dass es mehr ein Schneeregen ist als richtiger Schnee. Den möchte sie nicht, teilt sie dem Himmel mit und kümmert sich wieder um den Kaffee.

Wenig später beginnt das Mädchen, den Frühstückstisch zu decken. Das hatte sie bereits am Vorabend angekündigt. Dennoch fühlt sich die Mutter dadurch unter Druck gesetzt, ihr Bett zu verlassen. Kein schönes Gefühl. Von Gretel bestimmt nicht beabsichtigt, dennoch nicht schön.

Hänsel backt die Frühstücksbrötchen und mit einem weiteren Kaffee locken die Kinder ihre Mutter aus dem Bett. Das Frühstück ist entspannt. Sie reden über das sprichwörtliche Gott und die Welt, bevor Gretel nachmittags ihre Mutter tatsächlich über Gott und die Welt befragt.

Nach dem Frühstück ziehen sich alle nochmals in ihre Zimmer zurück. Die Sonne scheint und so beschließen sie, einen kleinen Ausflug zu unternehmen. Während die Mutter unter der Dusche steht, ziehen dunkle Wolken auf und ein weiterer Schneeregen beginnt. Spontan ändern sie ihre Pläne und brechen zu einem kleinen Spaziergang auf. Schon bald dreht Hänsel auf Grund zu viel frischer Luft durch und macht sich auf den Heimweg. Die Mädels spazieren weiter. Gretel möchte gerne dem auf dem Friedhof liegendem Mädchen Hallo sagen, so führt ihr Weg sie einmal dort entlang. Nach einer kurzen Unterhaltung zwischen Gretel und dem Grabstein spazieren sie weiter. Schon fast glaubt die Mutter, dass keine Frage zum Leben, dem Tod oder dem Leben nach dem Tod kommt, da möchte ihre kleine neugierige Tochter gerne wissen, ob die Nachfahren von Jesus die Nachfahren derer, die ihn getötet haben, heute noch hassen.

Puh. Die Mutter ist immer wieder beeindruckt, was für Gedanken aus dem kleinen hübschen Kopf ihres Vorschulmädchens kommen. So gut sie kann erzählt die überhaupt nicht bibelfeste Frau, dass sie nicht einmal weiß, ob Jesus überhaupt Kinder hatte, so dass eine etwaige Fehde heute noch aufrecht erhalten sein könnte. Gretel reagiert, wie sie immer reagiert: Sie erfindet ihre eigene Geschichte. Und so ist nun überzeugt davon, dass sich Jesus als Zombie aus seinem Grab gegraben hat, sein Papa hat ihn in Empfang genommen und ist mit ihm in einer Rakete in den Himmel geflogen, wo Maria schon auf die beiden gewartet hat. Seitdem sitzen die drei kuschelnd dort oben und beobachten die Menschen.

Einmal mehr ist die Frau beeindruckt von der Fantasie ihrer Tochter. So spazieren sie, weitere Geschichten erfindend, langsam wieder zurück nach Hause.

Dort wartet Hänsel bereits. Er weiß, dass er Mist gebaut hat. Deswegen hat er die Zeit genutzt und begonnen, sein Zimmer aufzuräumen. Die Mutter sieht ihn ungläubig an. Für einen kurzen Moment hat sie das Gefühl, inmitten einer der Gretel´schen Geschichten zu stecken.

Den Nachmittag verbringen alle drei für sich. Die Kinder sind in ihren Zimmern, die Mutter arbeitet an einem ihrer Projekte. Nur wenig später wird sie einen Co-Founder haben, den sie gar nicht gesucht hat. Der kleine Junior-Chef macht ihr direkt ihren Posten als Creative Director streitig, das gemeinsame Brainstorming ist äußerst produktiv. Die beiden sind fleißig, die beiden sind effektiv und die beiden haben Spaß.

Plötzlich beauftragt Hänsel die künstliche Intelligenz, „Mama“ von einem seiner liebsten Sänger zu spielen. Die Mutter kennt den Song nicht, beim Hören aber laufen ihr die Tränen die Wangen herunter. Hänsel nimmt sie während der Strophe über den Papa in den Arm und tauft seine Mutter kurzerhand in MaPa, halb Mama halb Papa, um. Die Tränen stoppt das nicht.

Gretel genießt währenddessen ihre Ruhe in der Badewanne. Sie beschallt die gesamte Wohnung mit ihrer Geschichte, zudem singt und spielt sie und ist vergnügt.

Schlafenszeit ist bereits vorüber, als die Kinder endlich im Bett liegen. Ihre Vorhaben für den heutigen Tag konnte die Mutter nicht umsetzen, dafür sind zahlreiche neue Ideen und Impulse entstanden. Sie ist sehr stolz auf ihren Sohn und sehr dankbar für seine Unterstützung. ;

 


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