Hänsel zieht am frühen Morgen aus seinem Zimmer aus. Gretels Rückzugsort wird nun der Raum für beide sein. Nicht, weil es Gretels ist, sondern weil es das größere Zimmer ist. Bis mittags läuft die Frist: Was Hänsel behalten möchte, ist bis dahin im neuen Kinderzimmer. Als die Mutter aufwacht, klingt es so, als würde seine Schwester ihm fleißig dabei helfen.

Die Frau bleibt liegen und lauscht dem Geschehen. Sie ist immer noch entsetzt darüber, dass diese Konsequenz nötig gewesen ist, freut sich aber immer mehr auf einen kinderfreien Raum.

Die Freude währt nicht lange. Hänsel eskaliert. So sehr, dass die Frau ihre Tochter nimmt und den Kriegsschauplatz verlässt.

Erst traurig und mit der Zeit etwas entspannter spazieren die beiden über die Felder. Sie ratschen und Gretel nimmt ihre Mama mit in ihre Fantasiewelt. Beiden gefällt es dort.

Zuhause ist es schnell vorüber mit der Entspannung. Immerhin bleibt eine weitere Eskalation aus.

Gretel lädt sich für den nächsten Tag zu den Großeltern ein, so dass Hänsel und Mutter gemeinsame Zeit haben werden. Ob das gut oder schlecht ist, wird sich am nächsten Tag herausstellen.

Abends sprechen die drei noch lange miteinander. Es ist weit nach Schlafenszeit, doch der Mutter ist dieses Gespräch wichtig. Den Kindern ist die Mutter wichtig.

Nach einem ausgiebigen Gute-Nacht-Ritual verlässt die Mutter das Kinderzimmer. Sie sieht sich das neu gestaltete Arbeitszimmer – sie haben gemeinsam beschlossen, dass es kein kinderfreies Zimmer, sondern ein Ruhe-Zimmer zum Arbeiten geben soll – an und weiß, dass es die richtige Entscheidung ist. Am Zeugnistag sprechen die drei darüber, ob die Zimmer wieder zurück gebaut werden, bis dahin aber wird alles so bleiben wie es ist. Die Mutter liebt es, Gretel genießt es und Hänsel bereut es, seine Mama nicht ernst genommen zu haben. Lieb haben tun sie sich alle.


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