Die Mutter wacht auf. Sie ist ziemlich müde, aber sie hat gut geschlafen. Noch kann sie gemütlich im Bett liegen bleiben, später aber muss sie aufstehen.

Sie ist mit ihrer Mutter verabredet. Mittags. Sie verflucht sich, diese frühe Uhrzeit bestätigt zu haben.

So liegt sie weiter in ihrem Bett und träumt sich in ein schönes Leben an einem schönen Ort, als der Wecker plötzlich klingelt und sie fies aus den Gedanken reißt. Ihr Lieblingssänger teilt ihr mit, dass sie jetzt bitte aufstehen möchte. Frech schaltet sie den Song aus und bleibt liegen.

Es wird ein bisschen online diskutiert, Fotos guckt sie und wartet auf die Motivation aufzustehen. Vergeblich.

Letztendlich steht sie doch auf, geht duschen und macht sich mit ihrem ersten Kaffee des Tages auf den Weg zu ihrer Mama.

Die beiden tun, was sie tun müssen. Dabei unterhalten sie sich. Über Organspende beispielsweise. Zumindest versuchen sie es, denn ihre Meinungen dazu sind sehr kontrovers. Bevor es in einen Streit ausartet, wechseln sie das Thema.

Beide freuen sich, dass die Kinder bald wieder aus ihrem Urlaub zurück sind. Vielleicht können sie in der zweiten Ferienhälfte gemeinsam etwas unternehmen. Etwas, das nicht Zimmer-aufräumen ist.

Später, als die Mutter wieder zu Hause ist, überlegt sie, radeln zu gehen. Der Regen hat aufgehört, weiterer soll erst einmal nicht kommen. Dennoch entscheidet sie sich dagegen.

Stattdessen setzt sie sich mit einem zweiten Kaffee auf den Balkon. Als ihr zu kalt wird, zieht sie auf die Couch um. In ihre Decke eingekuschelt freut sie sich, an ihrem Projekt weiterarbeiten zu können und die sie-weiß-schon-gar-nicht-mehr-wie-vielte Wiederholung einer ihrer Lieblingsserien zu schauen.

Vielleicht schläft sie zwischendurch ein bisschen. Vielleicht bleibt sie wach. Vielleicht geht sie früh ins Bett. Vielleicht bleibt sie die Nacht über wach. Wer weiß das schon? Sie liebt diese Tage, an denen sie alles tun kann, was sie möchte, ohne noch eine Verpflichtung zu haben.

Entspannt lehnt sie sich zurück und freut sich des Lebens.