Die Nacht war kurz. Am gestrigen Abend hat die Mutter noch lange an ihrem Projekt gearbeitet und ihre Serie weiter gesehen. Zum wiederholten, aber keinesfalls zum letzten Male.

Früh wacht sie auf. Nun ist sie müde, aber es geht ihr gut. Heute kann sie Tag und Abend noch ganz nach ihren Wünschen und Vorstellungen planen. Wie es aussehen soll, weiß sie noch nicht genau.

Vielleicht geht sie radeln. Joggen wäre auch eine Idee. Einkaufen sollte sie auch, die Kinder werden sicher hungrig sein, wenn sie morgen Abend nach Hause kommen.

Morgen Abend kommen ihre Babys heim. Puh, dann ist ja die Hälfte ihres Urlaubs bereits vorbei! Schnell schiebt sie den Gedanken an die Seite. Sich die Laune von der Arbeit ruinieren lassen, ist das letzte, was sie jetzt möchte. Sie konzentriert sich lieber darauf, noch zwei Tage in Ruhe alleine und weitere sieben mit ihren Kindern gemeinsam verbringen zu können.

Jetzt braucht sie erst einmal einen Kaffee. Sie steht auf, bereitet sich einen zu und legt sich wieder hin. Wie sehr sie dieses morgendliche Faul sein liebt! Das Wetter trägt nicht zur Motivation bei, aufzustehen und sich zu bewegen oder gar etwas im Haushalt zu erledigen. Die Decke ist auch sehr kuschelig.

Auch eine Einladung zum Essen schlägt sie aus. Ihr ist nicht nach aufstehen. Erst Stunden später, es ist im Moment trocken draußen, beschließt sie, spazieren zu gehen. So lange schon wartet ein Hörbuch darauf, beendet zu werden. Das möchte sie heute tun. Im Wald. Nebenbei ein paar schöne Fotos machen und ihre Gedanken schweifen lassen. Nass wird sie bestimmt werden, aber das macht nichts.

Handy und Activity-Tracker werden geladen und dann geht es in Richtung Wald. In welchen genau, entscheidet sie spontan.

Gute dreieinhalb Stunden, fünfzehn Kilometer und einen gesunden Einkauf, mit Milch und ohne Bier, später ist sie wieder zu Hause. Trocken. Hungrig. Happy. Und ein Wander-Date für den morgigen Tag ist auch vereinbart.

Ab auf die Couch, der Streaming-Dienst hat bestimmt einen bis siebzehn tolle Filme für sie im Angebot. Vielleicht gönnt sie sich einen Sekt, den sie noch im Kühlschrank gefunden hat.