Seit die Kinder wieder da sind, kann die Mutter wieder länger schlafen. In der vergangenen Woche war sie immer früh wach, heute weckt Gretel sie, als sie vormittagsp aufsteht und ihrer Mutter vorher einen fetten Knutscher verpasst. Die Kleine entschuldigt sich, muss sie aber gar nicht. Die Mutter ist froh, ihre Babies, die es nicht leid werden zu betonen, dass sie gar keine Babies mehr sind, wieder bei sich zu haben.

Das Mädchen geht spielen. Die Mutter bleibt müde und kaffeelos zurück. Von Hänsel nichts zu hören.

Der Junge ist gestern früher ins Bett gegangen. Er fand das gemeinschaftliche Quatsch-machen plötzlich blöd, hat sich bettfertig gemacht und für die Nacht verabschiedet. Vielleicht schläft er noch, vielleicht ignoriert er schon. Die Mutter wird es nie erfahren.

Die Mutter überlegt: Wenn sie in der kommenden Woche wieder in aller Früh los müssen, kann es lustig werden. Wie soll sie das Sleeping-Pack, inklusive sich selbst, denn um spätestens sieben Uhr aus dem Bett bekommen?

Gretel freut sich sehr auf die Rückkehr in den Kindergarten. Bei Erwähnung des Weckers jedoch verfällt das hübsche Gesicht des kleinen Mädchens in Schockstarre.

Diese Woche werden sie es schon einmal ausprobieren. Am Feiertag sind sie zum Wandern verabredet. Sie treffen sich etwa um die Uhrzeit, um die sie heute aufgewacht sind. Hundert Kilometer weit weg! Der Mutter graut es schon jetzt davor, wenn sie sich auch auf den Tag an sich sehr freut.

Gretel bringt ihr einen Kaffee. Mit doppelt Bohnen, wie sie versichert. Hat das Mädchen die Gedanken der Mutter gelesen?

Überfall! Es klingelt. In aller Herrgottsfrüh steht die Oma vor der Tür. Sie hat Hänsel Bescheid gesagt, dass sie kommen wird. Er hat, ooops, vergessen, seinen Mädels diese Info weiterzugeben.

Während die Muttter noch total überrumpelt im Bett liegt, deckt die Oma zusammen mit Gretel den Frühstückstisch. Hänsel ist stinkig. Warum, weiß keiner so genau. Zu spüren bekommen es dennoch alle.

Anschließend möchte die Oma zusammen mit Hänsel sein Zimmer in Ordnung bringen. Der Junge ist sichtlich wenig begeistert. Interessiert seine Oma jedoch nicht.

Die Mutter nutzt es, um auch die restliche Wohnung in Ordnung zu bringen. Zumindest im Ansatz. Abends wird sie noch mit ihren Eltern den neuen Schrank im Flur aufbauen.

Obwohl es den ganzen Tag nicht einmal regnet, wird heute kurzerhand zum Cleaning-day gemacht. Spaß machen tut es nicht, es wird Zeit, dass die Putzfrau wieder kommt.

Abends fällt die Mutter erledigt ins Bett. Die Kinder kuscheln sich in die mit Oma gebaute Höhle im Prä-Pubertier-Zimmer. Während die beiden ihrer Geschichte lauschen, kuschelt sich die Mutter in ihr Kissenparadies und freut sich auf ein bis siebzehn Folgen „Lucifer“.