Die Mutter schläft am Vorabend tatsächlich ein. Gretel schaut ihre Schildkröten-Folge zu Ende, putzt sich die Zähne und geht ins Bett.

Hänsel isst nach seinem Training etwas, macht sich ebenfalls bettfertig und schreibt seiner Mutter eine Nachricht: Beim Gute-Nacht-sagen fragt die Mutter jeden Abend, was für das jeweilige Kind am schönsten an diesem Tag war. Der Junge schreibt seiner schlafenden Mutter heute die Antwort per Messengerdienst.

Sie liest es, als sie später am Abend aufwacht. Wie stolz und glücklich sie dabei ist, ist kaum in Worte zu fassen.

Nun liegt sie also einen weiteren Abend überhaupt nicht müde im Bett. Glücklich, ob ihrer wunderbaren Kinder, aber nicht müde.

Sie bereitet die Brotzeit für die Kinder vor, tauscht sich ein wenig mit einer Freundin aus, schaut einige Folgen ihrer Einschlaf-Serie und wird einfach nicht müde. Sonderlich schlafwillig ist sie außerdem nicht. Ein Teufelskreis.

Morgens quälen sich alle drei aus dem Bett. Müde sind sie, müde und lustlos. Das Wetter ist weiterhin bescheiden und trägt daher eher weniger zur Motivation bei.

Viel zu spät geht Hänsel zur Schule los. Ebenfalls später als geplant fahren Mutter und Tochter zum Kindergarten los. Ins Büro kommt die Mutter dennoch pünktlich. Einen Arbeitsplatz hat sie jedoch nicht. Am liebsten würde sie auf der Stelle wieder gehen.

Der weitere Arbeitstag bringt die nächste Bestätigung einer Ahnung, auf die sie durchaus hätte verzichten können. Genau genommen sogar zwei davon. Entsprechend ihrer Einstellung aber ist sie überzeugt, dass es einen Grund geben wird und sich eine gute Freundin von ihr, Karma, darum kümmern wird.

Ihr Sohn hingegen ist traurig. Er empfängt sie mittags mit einem leckeren Essen und fragt, wie es in der Arbeit war. Als sie ihm von der Erkenntnis erzählt, ist seine Fröhlichkeit wie weggeblasen. Er versteht es nicht, erklären kann die Mutter es ihm nicht.

Er hat einen Wunsch. Er wünscht sich, dass seine Mama erreicht, was sie sich vornimmt. Er verspricht, sie dabei bestmöglich zu unterstützen.

Die Mutter weiß, dass er meint was er sagt. Glücklich und stolz schließt sie den Jungen fest in ihre Arme, bevor sie sich auf den Weg zum Kindergarten macht.

Im Gegensatz zu Hänsel und der Mutter mag Gretel nicht heim. Sie würde so gerne noch im Kindergarten bleiben. Geht aber nicht, Buchungszeit ist zu Ende. Wütend nimmt sie ihren Rucksack und verkündet, dass sie dann eben zu Hause Brotzeit macht.

Die beiden fahren heim. Gretel mit dem Roller, die Mutter mit dem Radl. Das muss an Bewegung reichen für heute.

Zuhause packt das Mädchen wie angekündigt die Brotzeit aus. Nachdem sie die auf dem Wohnzimmerboden verteilt hat, duscht sie im Füllmaterial aus der letzten Lieferung. Die Mutter führt ein wichtiges Telefonat, daher kann sie nicht schimpfen. Später wird Gretel die kleinen Flocken jedoch aufräumen müssen. Freuen wird sie sich nicht darüber.

Viel zu schnell wird es Abend. Die Kinder machen sich bettfertig, die Mutter bereitet sich auf einen wichtigen Termin am nächsten Tag vor.

Als Belohnung steht der satanische Schönling bereit. Morgen muss sie Bier kaufen. Oder Sekt, um auf sich anzustoßen. Jetzt lehnt sie sich erst einmal gemütlich zurück.