Die Mutter frönt noch lange ihrem blasphemischen Hobby und himmelt den satanischen Schönling an. Währenddessen arbeitet sie an ihrem Projekt. Vollkommen die Zeit vergessend stellt sie weit nach Mitternacht fest, dass es besser wäre, zu schlafen.

Sie schläft noch, als sich Gretel morgens aus dem Bett schleicht. Als das Mädchen später zurückkommt und sich zu ihrer Mutter kuschelt, bekommt diese es mit.

Liebevoll schwingen sich die kleinen Ärmchen um den Hals der Mutter, liebevoll drücken die Lippen der Kleinen der Mutter ein Küsschen auf. Als diese ihre Tochter ebenfalls in den Arm nimmt und dabei die Augen öffnet, strahlen die hübschen Augen ihrer Tochter sie an.

Das Mädchen ist glücklich. So sehr liebt es seine Mama. Zum Ausdruck bringt sie es mit der einfachen Frage, ob ihre Mutter denn einen Kaffee wünscht. Welch Frage! Gewissenhaft bereitet sie einen zu und bringt ihn fröhlich zur Mutter.

Hänsel versteckt sich indes in seinem Zimmer. Die Musik ist grade so laut, dass die Mutter diese bei geöffneter Tür vernimmt. Offensichtlich möchte der Junge seine Ruhe.

Er kommt erst zu den Mädels, als Gretel lautstark zu kollektivem Mama-Knutschen auffordert.

Anschließend wird der Apfel-Kokos-Kuchen, den die Mutter am gestrigen Tag im Anflug einer irrationalen Backlust vorbereitet hat, verputzt.

Den Tag verbringen die Kinder in ihren Zimmern. Sie bauen Höhlen, spielen mit Pferden, verteilen das Füllmaterial eines Paketes in der gesamten Wohnung und essen den Kühlschrank leer.

Die Mutter arbeitet zwischenzeitlich an ihren Projekten. Sie ist nicht gewillt, die Wohnung oder auch nur die Couch heute zu verlassen. Wird sie aber müssen, wie ihr später einfällt.

Zum einen sind sie morgen zum Wandern verabredet, da braucht es Proviant. Zum anderen muss Gretel am Montag wieder eine Brotzeit mit in den Kindergarten nehmen.

Hänsel wird zu Hause lernen. Theoretisch. Denn die Mutter hat Anwesenheitspflicht im Büro. Einer der beiden freut sich. Und wird die Mutter täglich mit frisch gekochtem Mittagessen empfangen.

Abends ziehen die Mädels sich an. Das kleine Mädchen möchte spazieren gehen. Das große bemitleidet sich selber. Sie fühlt sich nicht gut, sie hat keine Lust. Weder zum Spazieren noch zum Einkaufen. Huift nix, beides steht sie tapfer durch.

Wieder daheim begrüßt Hänsel sie an der Wohnungstür. Er bietet an, den Einkauf aufzuräumen und das Essen zu machen.

Hat die Mutter ihm heute schon gesagt, wie sehr er ihr hilft? Das wird sie nachholen. Nun aber bereitet der kleine große Junge die Burger fürs Abendessen vor.

Danach wird es ein riesiges Eis geben. Manchmal braucht die Mutter das. Die Kinder sind nicht böse darüber. Auch das anschließende Kuschelkino lassen sie wortlos über sich ergehen.