Fassungslos sieht die Mutter auf die Uhr. 4:27 Uhr.

Am Vorabend kassiert sie das Handy ihres Sohnes ein. Mal wieder.

Vorausschauend teit sie ihm mit, dass es für ihn sehr ungünstig wäre, wenn wieder ein Wecker klingeln würde.

Er versichert ihr, dass er sicherlich keinen gestellt hätte, sie vergaß, nachzusehen.

Nun stellt sie also wutentbrannt den Wecker aus. Schon wieder.

Hänsel wird diese Nacht nicht mehr schlafen. Er wird dazu verdonnert, erst sein Zimmer und anschließend das seiner Schwester aufzuräumen.

Wenn die Mutter sich wieder beruhigt hat und vielleicht doch noch ein bisschen schlafen kann, erwartet sie ihren Erstgeborenen im tiptopaufgeräumten Zimmer lernen oder weiter aufräumend. Alles andere zieht das Ausfüllen der Adoptionspapiere nach sich.

Zwei weitere Stunden Schlaf sind ihr noch gegönnt. Aufgeweckt wird sie, es ist kaum zu glauben, durch den lauthals spielenden Hänsel.

Erst als der Junge mitbekommt, dass seine Mutter von seinem Geschrei wach geworden ist, tut er so als würde er aufräumen.

Zum Glück sind die Kinder heute bei den Großeltern. So kann die Mutter sich nicht nur ausruhen und hoffentlich schlafen, so läuft auch Hänsel nicht Gefahr, in der Babyklappe zu landen.

Dort, also zu den Großeltern, bringt die Mutter die beiden nun hin. Pünktlich zum Mittagessen. So bekommt der Nachwuchs Energie und die Mutter hat einen Grund, direkt wieder zu verschwinden.

Sie macht einen kurzen Abstecher nach Hause, bevor sie zu einem langen Spaziergang aufbricht. Mit einem Buch auf den Ohren genießt sie die Sonnenstrahlen und die Bewegung.

Hinzu kommen zahlreiche Ideen, die sie sofort recherchiert, als sie bei Sonnenuntergang wieder zu ihrer Couch zurückkehrt.

Den Abend wird sie mit Laptop und Filmen verbringen. Ein bisschen Crime, ein bisschen Schnulze. Dazu Kaffee und Sekt und das Wissen, dass sie eine ruhige Nacht haben wird.