Es ist dunkel im Raum, als die Mutter aufwacht. Um sich herum hört sie das sanfte Atmen ihrer beiden Kinder, hin und wieder eine Bewegung der beiden.

Es ist neun Uhr am ersten Tag des Jahres. Erst vor sieben Stunden ist Gretel eingeschlafen, Hänsel bereits ein wenig früher.

Am Vorabend spielen die Kinder ausgelassen und genießen die Freiheiten. Hänsel kickt im Wohnzimmer, Gretel schaukelt im Kinderzimmer und der kleine Haudraufi darf zum ersten Mal in seinem Leben ebenso viele Stunden länger wach bleiben wie er Jahre alt ist.

Nach einem opulenten Festtagsschmaus am Raclette werden Luftschlangen auf die Erwachsenen geblasen und freudig auf das neue Jahr gewartet.

Als es endlich soweit ist, gibt es einen Stream vom Feuerwerk am anderen Ende der Welt, bevor es für alle ins Bett geht.

Haudraufi, und wohl auch seine Eltern, ist offensichtlich schon wach. Immer wieder ertönen seine Spielgeräusche. Hänsel und Gretel lassen sich davon nicht beeindrucken. Sie schlafen weiter und bekommen vom Drumherum nichts mit. Die Mutter genießt die Ruhe, bis der Kaffeedurst sie aufstehen lässt.

Nach einem ausgiebigen Frühstück macht sich die Mutter auf den Weg nach Hause. Allein. Die Kinder bleiben noch zwei Stunden bei Haudraufi und toben dort durchs Haus, bevor sie zu ihrer Mama gebracht werden.

Diese nutzt die Zeit zum Nichtstun. Das Ungetüm schaltet sie aus und legt sich auf die Couch. Mit kalter Limo und zwei Folgen ihrer aktuellen Serie. Entsetzt muss sie feststellen, dass die Staffel beendet und die nächste kostenpflichtig ist.

Bevor sie sich darüber ärgern kann, stehen aber die Kinder schon in der Tür. Gemeinsam spielen sie ein von Hänsel ausgesuchtes Gesellschaftsspiel, das der Junge auch direkt gewinnt. Danach möchten beide Kinder ein wenig in ihrem Zimmer spielen, worüber die Mutter nicht böse ist.

Sie macht es sich erneut auf ihrer Couch bequem und wird sich nur noch für Gänge zum Kühlschrank oder ins Bett von dieser erheben.

Während die Kinder spielen, überlegt sie, mit welchem Film sie abends das neue Jahr willkommen heißen können.

Nach einem kurzen Schläfchen bereitet die Mutter das Abendessen zu. Eine Filmidee hat sie inzwischen auch. So legen sich die drei müden Menschlein mit vollen Bäuchen auf die Couch, kuscheln sich in ihre Decken ein und starten den ersten Film des Jahres.


Erzähl von mir!