Leise schleicht sich Gretel in der Nacht aus ihrem Zimmer und kuschelt sich ins Bett ihrer Mama. Zufrieden zieht sie sich dort die Decke über den Kopf und schläft weiter bis zum Morgen. Ebenso leise wie sie gekommen ist klettert sie nun auch wieder aus dem Bett heraus. Sie setzt sich an den Tisch und malt. Da es ihr zu dunkel ist, sie das Licht aber nicht einschalten möchte, kurbelt sie die Jalousien hoch. Dadurch weckt sie ihre Mama.

Verschlafen und aus einem Traum gerissen liegt die Frau im Bett und schaut ihr Mädchen an. Freudestrahlend kommt dieses zurück ins Bett gehüpft und startet die morgendliche Kuschelattacke. Erst allein, dann holt sie Hänsel dazu.

Die Mutter genießt die Liebe ihrer beiden Kinder. Auch den Kaffee, den ihr Gretel anschließend bringt, genießt die Frau. Hänsel hat sich indes wieder in sein Zimmer zurückgezogen.

Im Laufe des Tages beschließen die Kinder, dass es Zeit ist einen neuen Papa zu bekommen. Sie klären die Mutter über ihre Ansprüche auf. Dazu gehören ein Job als Astronaut und nebenbei Sporttrainer, natürlich soll er sportlich sein und Muskeln haben. Das fordert Gretel im gleichen Atemzug wie dass er sie auf Ausflügen tragen soll. Außerdem soll er ihr vorlesen und sich um sie und ihren Bruder kommen.

Während Gretel in ihrer Liste immer detaillierter wird, fängt Hänsel an das Phantombild zu zeichnen. Umgehend möchte die Mutter bitte die Suchanzeige schalten, ihre eigene Meinung dazu spielt keine Rolle.

Die Mutter tut wie ihr befohlen wird und sorgt so für den einen oder anderen Schmunzler. Dass aber niemand diesen Astronauten kennt, enttäuscht Gretel. Deutsch-Pop singend sitzt sie neben Hänsel und wartet auf die Information, dass es diesen neuen Papa doch noch gibt. Einwände ihrer Mutter werden weiterhin ignoriert, ebenso die Änderungswünsche zur Zeichnung.

Die Mutter gibt auf. Sie räumt den Esstisch ab und die Küche auf, bereitet die Badewanne für die Kinder vor und liebt ihre Kinder für ihre Kreativität noch ein bisschen mehr als sonst.

Obwohl die drei die Wohnung den ganzen Tag nicht verlassen haben, der Schrittzähler auch abends noch dreistellig sein wird und sie heute viel erledigt haben, sind sich die drei schon zu diesem Zeitpunkt sicher, dass es ein wunderbarer Sonntag gewesen ist.


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