Entspannt steht Hänsel in der Früh im Schlafzimmer der Mutter. Seine Mädels schlafen beide noch. Er kuschelt sich kurz an seine Mama und setzt sich anschließend an seinen Arbeitsplatz und zeichnet sein Projekt weiter.

Müde erscheint die Mutter wenig später, auf der Suche nach Kaffee. Während sich die Kaffeemaschine aufheizt, kurbelt die Frau die Jalousien hoch und schaltet den Laptop ein.

Hänsels Unterricht hat bereits begonnen, als die Frau richtig wach wird. Sie hat einige Telefonate zu erledigen und eine Idee umzusetzen.

Diese Idee ist mit viel Arbeit verbunden, dennoch unterstützen die Kinder, vor allem Hänsel, sie dabei. Als sie mittags gut vorwärts gekommen ist, nimmt der Junge seine Mama in den Arm, drückt sie fest, gibt ihr ein Küsschen und teilt ihr mit, dass er stolz auf sie ist. Das mütterliche Herz geht auf und ein Tränchen kullert ihre Wange hinunter.

Schnell wischt sie diese weg und bittet ihre Kinder sich anzuziehen. Es steht ein Termin in Gretels Kindergarten an, den sie mit einem Spaziergang in der Sonne verbinden möchten.

Draußen ist es zwar schön, aber fürchterlich kalt. Sobald die Sonne hinter einer der zahlreichen Wolken verschwindet, ist deutlich zu spüren, dass es doch noch mehr Winter als Frühling ist. In der Sonne hingegen ist es angenehm.

Sie schlendern an mehreren Spielplätzen entlang, das Ziel ist Hänsels Schule. Der Junge möchte seinen Mädels gern zeigen, wie er von dort nach Hause kommt. Wenn er denn in die Schule darf.

Im Gegensatz zu Gretel aber hofft der Junge, dass die Konferenz in zwei Tagen eine weitere Schließung und somit eine Fortsetzung des Distanzunterrichts festlegt. Gretel wünscht sich nichts sehnlicher als endlich wieder in den Kindergarten gehen zu dürfen. Das Treffen mit ihrer Erzieherin hat diesen Wunsch noch verstärkt.

Die Mutter unterstützt beide Wünsche. Wenn es nach ihr ginge, würde sie das restliche Schuljahr mit Hänsel im Distanzunterricht verweilen, während sie ihre Tochter in den Kindergarten bringt. Realistisch ist das jedoch nicht. So harren sie der Dinge die da kommen mögen und machen, wie in der letzten Zeit so oft, das Beste daraus.

Abends etwa eine leckere Kartoffel-Pfanne, die Chefkoch Hänsel mit seiner Beiköchin Gretel zubereitet, während die Mutter eine weitere wunderbare Nachricht erhält. Hänsel freut sich darüber fast mehr als seine Mama. Worte wie „Du bist die coolste Mama der Welt!“ bedeuten aus dem Mund eines pubertierenden Jungen sehr viel. Ob das Schimpfwort-Alphabet-Spiel vom Nachmittag zu seiner überragend guten Laune beigetragen hat, weiß niemand der drei. Ist ihnen aber auch egal.

Gemeinsam sitzen sie auch abends am Arbeitsplatz. Die Mutter hat noch einiges zu tun und Hänsel bringt seiner Schwester die Handhabung und den Umgang mit dem Tablet bei. Nur kurze Zeit später ist das Mädchen in der Lage, die Stadt in der ihre Großeltern leben auf der online-Karte zu finden. Home-Schooling deluxe.


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