Die Nacht ist seltsam. Abstruse Träume und wenig Schlaf quälen die Mutter. Morgens ist sie daher schnell wach, als Gretel ganz aufgeregt aus ihrem Bett springt. Wann war das Mädchen zu ihr gekommen?

Die Kleine rennt zu ihrem Bruder, um ihm zu berichten, dass der Osterhase bei ihnen gewesen ist. Beide stürmen zur Mutter und beginnen nach einem kurzen „Guten Morgen“ mit der Suche. Schnell werden sie fündig und freuen sich über die bunten Eier, die Kekse und die Nüsse. Die Ostergrüße ihrer Großeltern, die sie nicht besuchen dürfen, kommen besonders gut an.

Hänsel läuft, bevor er auch nur etwas nascht, in die Küche. Er holt eine Tasse, um seiner Mama einen Kaffee zuzubereiten. Dazu bekommt sie einen Keks. Die Frau ist überrascht, sie freut sich sehr.

Doch schon bald ist die Freude vorbei. Die Mutter geht duschen und bittet die Kinder, währenddessen die Süßigkeiten zusammenzuräumen und sich anzuziehen. Als sie eine halbe Stunde später aus dem Badezimmer kommt, ist nichts passiert. Gar nichts.

Sie ist verzweifelt, sie weiß nicht mehr, was sie noch sagen oder tun soll. Sie hat keine Lust mehr. Sie will die Kinder nicht sehen, sie will die Kinder nicht hören und am allerwenigsten will sie mit den Kindern etwas unternehmen.

Hänsel fragt bei der Oma an, ob sie schon jetzt kommen dürfen. Das hat er von seinem Vater: Sich der Situation nicht stellen, sondern abhauen und dann erwarten, dass alles wieder gut wird. Wie sehr die Mutter dieses Getue hasst kann sie gar nicht in Worte fassen.

Sie zieht sich an und verlässt die Wohnung. Gretel kommt hinterher. Schweigend trottet sie ihrer Mutter hinterher, während Hänsel zu den Großeltern unterwegs ist.

Ein Gesprächversuch zwischen den Mädels endet wie momentan vieles: ergebnislos. Die Mutter kann nicht mehr. Um ein wenig Ruhe zu haben, setzt sie sich an einem Spielplatz in die Sonne. Gretel ist sichtlich irritiert, sagt aber weiterhin nichts. Zurückhaltend probiert sie die Spielgeräte aus, immer mit dem Blick auf die Mutter.

Später machen sie sich auf den Weg zu den Großeltern. Hänsel ist bereits dort, eine allgemeine Aussprache müssen alle über sich ergehen lassen.

Nach einem gemeinsamen Abendessen kehrt die Mutter allein nach Hause zurück. Draußen ist es noch hell, sie lässt die Jalousien herunter, legt sich ins Bett und lässt die Welt draußen.


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