Der Wecker klingelt. Einige Minuten später klingelt der Wecker erneut. Das Spiel spielt die Mutter ein paar Mal, bis sie irgendwann die Augen öffnet. Draußen ist es hell, die Uhrzeit zeigt an, dass sie aufstehen muss. Ihre Motivation weiß davon nichts.

Müde schlurft sie ins Kinderzimmer, um Hänsel zu wecken. In inzwischen bereits gewohnt mieser Laune antwortet er ihr, dass er müde sei. In inzwischen gewohnt genervtem Ton kontert die Frau, dass ihr das egal sei und der Unterricht demnächst beginne.

Beide stellen sich auf einen äußert entspannten Tag ein, nicht.

Den Höhepunkt des Vormittags liefert Hänsels Aussage, er habe vergessen, dass er nicht bereits nach der vierten Stunde Schulschluss habe. Den Höhepunkt des Nachmittags liefert Hänsels Aussage, er würde alle Dinge seiner Schwester wegschmeißen müssen, da ansonsten kein Platz für sein Zeug sei.

Die Mutter versucht gar nicht mehr zu reagieren, Gretel aber weint. Sie möchte nicht, dass ihr Kuscheltiere wegkommen, sie möchte auch nicht, dass ihre Schmusedecke entsorgt wird. Hänsel wird zum Joker und lacht hämisch und schadenfroh.

Die Frage, was seine Schwester ihm getan habe, dass er so zu ihr ist, beantwortet er mit einem Schulterzucken. Nach der Ansage, dass er seine schlechte Laune nicht an anderen auslassen soll, verlassen Mutter und Gretel die Wohnung. Hänsel wollte nicht mit. Überrascht ist niemand.

Die Mädels genießen die Sonne, die Mutter liest ein wenig, Gretel tobt über das Gelände. Nach Hause möchten beide nicht.

Kurz vor Schlafenszeit aber kommen sie zurück. Etwa fünf Sekunden dauert Hänsels Freude darüber an, bis er das nächste Mal rumzickt.

Eine Reaktion bekommt er nicht. Gretel setzt sich zu ihrer Mama und die schließt die Tür. Soll sich der Junge austoben. Das nächste Ultimatum läuft Freitag Nachmittag ab, die Konsequenz ist heftig. Dennoch sieht es danach aus, als würde er sie in Kauf nehmen.

Müde ob dieses Verhaltens sagt die Mutter gute Nacht und arbeitet die Dinge ab, die tagsüber liegen bleiben.


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