Die drei sind ausgeschlafen. Einigermaßen. Denn Hänsel hat unvermittelt und lautstark seine Alexa gestartet. Die Mutter mag „Die drei Fragezeichen“ zwar gerne, lieber aber hätte sie noch ein wenig weitergeschlafen. Hänsel macht ihr als Wiedergutmachung einen Kaffee. Nun ist auch sie gelaunt. Gretel schläft noch.

Rückblende: Gestern. Der Vater der Kinder antwortet spät auf die Info, dass die beiden entweder das gesamte Wochenende zu ihm möchten oder aber gar nicht. Er stellt deutlich klar, dass er die Kinder nicht länger als einen Nachmittag nehmen wird. Beide Kinder schicken ihrem Vater Sprachnachrichten. Hänsel sagt traurig, aber bestimmt, dass er das nicht möchte. Er möchte das vereinbarte Wochenende, oder bei seiner Mutter bleiben. Gretel teilt ihrem Vater mit, dass sie ihn liebt und ihn vermisst.

Die beiden kuscheln sich mit ihrer Mutter auf die Couch, der Vater hört die herzlichen und liebevollen Nachrichten seiner Kinder ab. Und reagiert nicht. Erst viel später, als die Kinder fröhlich im Prä-Pubertier-Zimmer einen Film schauen, kommt seine emotionslose Antwort. Die Mutter wird ihren Kinder von dieser Antwort nichts sagen.

Stattdessen backt sie einen Frühstückskuchen.

Diesen essen die drei nun gemeinsam. Die Kinder machen Kaffee für die Mutter. Gemeinsam kuscheln sie sich zu ihr ins Bett und lassen sich dort den Kuchen schmecken. Dazu gibt es „Disneys Große Pause“.

Hänsel fragt, ob er heute mit seinem besten Freund spielen darf. Das erste Mal seit neun Wochen möchte er mit seinen Jungs spielen. Selbstverständlich darf er. Gretel möchte mit der Mutter radeln gehen. Die Mutter fragt bei der meistens-besten-Freundin des Mädchens an, ob diese mit ihrer Mutter mitradeln möchte.

Nachdem von dieser eine arbeitsbedingte Absage kommt, wünscht sich das kleine Mädchen, dass sie Skaten üben. Anfänglicher Skepsis auf Grund von samstäglichem Irrsinn auf den Straßen zum Trotze willigt die Mutter ein. Dafür fahren sie morgen zum Büro und radeln anschließend zu Hänsels hoffentlich künftiger Schule, um jeweils erforderliche Unterlagen abzugeben.

Gretel macht das wirklich toll. Selbst ein fieser Sturz hält das Mädchen nicht vom weiteren Üben ab. Wenn sie etwas will, zieht sie das durch. Der Respekt ihrer Mutter ist ihr sicher.

Als sie nach Hause kommen, stürzt sich das Mädchen auf den Inhalt des Kühlschranks. Völlig ausgehungert futtert sie, was ihr zwischen die Finger kommt. Dann muss sie noch eine Runde mit ihrer Mutter raus. Gretel entscheidet, dass sie rollert, ihre Mutter soll laufen. Eine Minute später entscheidet sie sich um, beide radeln. Und fahren doch heute schon am Büro vorbei.

Danach wollen sie weiter in den Wald. Auf dem Weg dorthin treffen sie Hänsel. Erschrocken schaut der Junge seine Mutter an. Er ist erleichtert, dass sie nur zufällig auf ihn treffen und direkt weiterradeln.

Die Mädels drehen eine entspannte Runde durch den Forst. Auf dem Rückweg fragt die Mutter ihre Tochter, ob sie direkt nach Hause möchte oder noch Zeit für einen kleinen Abstecher ist. Obwohl das Mädchen auf direktem Wege heim möchte, lotst die Mutter sie in den nahegelegenen Park. Mit Spielplatz. Das begeisterte „What the fuuuuck?!“ der Fünfjährigen irritiert die Mutter. Als sie sich wieder gefangen hat, lächelt sie das Mädchen an, verbietet ihr, so etwas nochmals wieder zu sagen und verspricht, dass sie gerne mal wieder herkommen und dann auf den Spielplatz gehen können.

Daheim angekommen möchte die Mutter grade das Abendessen zubereiten, als es an der Tür klopft. Die Nachbarin. Obwohl Gretel ihre Mutter mehrfacht ermahnt, endlich mit dem Quatschen aufzuhören, reden die beiden Erwachsenen immer weiter. Plötzlich ist kein Schimpfen mehr zu hören.

Als die Mutter nach ihrem kleinen Mädchen ruft, bekommt sie keinerlei Antwort. Ihre Suche findet im Wohnzimmer ein Ende. Gretel hat sich auf die Couch gelegt und ist eingeschlafen. Wie niedlich sie doch ist!

Sanft deckt die Mutter ihr kleines Mädchen zu und geht in die Küche. Ob jemand die Pizza auch tatsächlich essen wird, bleibt offen. Gretel schläft, Hänsel ist noch unterwegs. Notfalls muss sich wohl die Mutter opfern. Schade. Immerhin hat sie noch ein Bier, das sie dazu genießen werden muss.

Sie kuschelt sich zu ihrer Kleinen auf die Couch. Verliebt sieht sie dem Mädchen beim Schlafen zu und wartet auf ihren Sohn.