Bei strahlendem Sonnenschein wacht die Mutter auf. Gretel schläft an sie heran gekuschelt weiter. Hänsel steht unter der Dusche.

Gestern hat er mit seinen Jungs ausgemacht, dass sie sich heute wieder treffen. Hänsel freut sich so sehr, dass er seiner Mutter einen Kaffee macht und sich angezogen hat, bevor die Mutter überhaupt richtig wach ist. Auch gefrühstückt hat der Junge bereits. Grinsend klärt er seine erstaunte Mutter auf, dass er seit mehr als zwei Stunden wach sei. Am Sonntag. Unter der Woche leidet er, wenn der Wecker um diese Zeit klingelt.

Er fragt bei den Jungs an, ob sie startklar sind. Konkrete Pläne haben sie keine – bisl radeln, bisl bolzen, bisl rennen wollen sie.

Den Mädels steht ein weiterer Mädchentag bevor. Sie müssen heute das Anmeldeformular zu Hänsels hoffentlich künftiger Schule bringen.
Die Unterlagen sollte der Vater der Kinder drucken und vorbeibringen. Seine Priorität liegt anderswo, daher hat die Mutter sie inzwischen anderweitig bekommen und ausgefüllt.

Den Ausflug zur Schule werden die Mädels mit einem Aufenthalt auf Gretels Lieblingsspielplatz verbinden.

Die Mutter fragt, während das Mädchen weiterhin schläft, erneut nach der Begleitung der meistens-besten-Freundin und deren Mama. Sie würde heute gerne eine große Runde fahren, das Wetter ist optimal.

Sollten die beiden nicht mitkommen, wird die Mutter ihre Zeichensachen mitnehmen und sich in der Sonne entspannen. Sie freut sich. Gretel schläft immer noch. Hänsel ist bereits unterwegs.

Die Mädels packen ein Picknick zusammen und fahren los. Es geht über Wiesen und Felder. Das Mädchen fällt hin. Mitleiderregend schaut sie ihre Mutter an und stellt fest, dass steinige Wege einfach nichts für sie sind. Die Mutter muss schmunzeln. Tapfer steigt das Mädchen wieder auf ihr Fahrrad und die Tour geht weiter.

Bei der Schule angekommen, werfen sie die Anmeldung in den Briefkasten. Nur noch ein paar Minuten trennen sie vom Spielplatz. Gretel fällt erneut, als sie ihrer Mutter etwas zeigen möchte. Irgendwie ist das nicht ihr Wochenende.

Auf dem Spielplatz verputzt das Mädchen erst einmal Würstl und Pilze. Alle Schmerzen sind vergessen und sie stürzt sich ins Getümmel.

Endlich ist auch die Wasserpumpe wieder angeschlossen, entsprechend viel ist auf dem Gelände los.

Die Mutter legt sich entspannt in die Sonne und lässt ihren Sommerteint intensivieren.

Nebenbei bereitet sie die Danksagungen für das Kindergartenpersonal von Gretel sowie für Hänsels Lehrerin vor.

In wenigen Wochen ist das Schuljahr vorbei. Damit endet Hänsels Grundschulzeit und Gretels Kindergartenleben. Während Hänsel auf die weiterführende Schule gehen wird, darf Gretel noch ein Jahr in einen anderen Kindergarten, bevor auch sie zum Schulkind wird.
Die Kinder werden groß.

Am späten Nachmittag möchte die Mutter aufbrechen. Gretel ist nicht so begeistert, packt aber dennoch ihre Sachen und zieht ihre Schuhe an. Traurig sagt sie dem Spielplatz bis morgen und wünscht ihm eine gute Nacht.

Kurz bevor sie losradeln, gibt die Mutter auch Hänsel Bescheid, wann er daheim sein soll.

Gretel und ihre Mutter kochen. Glücklich singt das kleine Mädchen den Milchreis umrührend. Die Mutter lächelt. Es ist schon süß, wenn eine Fünfjährige darüber singt, dass der nächste Schritt ihr immer klar war und sie nun verlassen im Wald steht. Aber sie schmettert so inbrünstig, als wüsste sie, was es bedeutet.

Hänsel ist immer noch nicht Zuhause. Die angesagte Zeit ist um fünfunddreißig Minuten überschritten, eine Reaktion auf ihre Ansage hat die Mutter keine erhalten und ihre zahlreichen Anrufversuche enden im Mailbox-Nirvana. In seiner Haut möchte die Mutter heute nicht stecken.

Er auch nicht. Als er heimkommt, entschuldigt er sich bei seiner Mutter. Sie geht davon aus, dass alles ok ist. Er aber fängt das Jammern an, wie müde er sei und deswegen kann er nicht ordentlich am Tisch sitzen und schon gar nicht den obligatorischen Abwasch mit seiner Schwester erledigen.

Dass die Mutter sich für dumm verkauft vorkommt, nachdem er den ganzen Tag tun konnte, wozu er Lust hat, versteht er nicht. Ist ihr auch egal. Die drei essen ihren Milchreis und im Anschluss wird er abwaschen.

Die Mutter schenkt sich ein Bier ein. Hänsel steht in der Küche und tut nichts. Die Mutter setzt sich mit dem Bier nach draußen. Hänsel tut weiterhin nichts. Die Mutter hat noch vier weitere Biere im Kühlschrank. Hänsel morgen die späte Schicht in der Schule. Das wird ein langer Abend. Mit viel Bier. Und sauberem Geschirr.